Der Tod von Bob Weir ist ein großer Schlag für die Grateful Dead Fan-Community. Das große Sterben der Stars.

Alte Rock’n’Roller sind nur noch Gammelfleisch auf der Bühne. Fast täglich sterben die Idole unserer Jugend.
Die Greise scheinen heiß zu sein. Aus Altersdemenz hat der Rock’n’Roll scheinbar das Motto “live fast, die young” vergessen.
Auch das Schöne muss sterben. Hat man bei Lemmy und David jetzt gesehen.
“Dem Rockstar bleibt dieser Werdegang verwehrt, unbeugsam extrapoliert er seine umstürzlerische Attitüde über alle Lebensstufen hinweg und zieht die alte Tour mit Groupies, Koks und satanischen Ritualen durch, solange die Tantiemen fließen.
Wie man aussieht, wenn man ein halbes Jahrhundert lang Notzucht verübt, die Regeln gefickt, den Körper missbraucht und den Geist geprügelt hat, kann man an den verwitterten Gestalten ablesen, die sich über die Bühnen dieser Welt schleppen. Who-Sänger Roger Daltrey, dessen einst engelhafte Züge heute anmuten wie eine Gummimaske von Gérard Depardieu, die quiekende Wasserleiche Ozzy Osbourne oder Iggy Pop, der bestenfalls noch zum Warnhinweis auf Zigarettenschachteln taugt: Ihnen allen steht der Absturz dermaßen ins Gesicht geschrieben, als stammten sie aus dem Inlay der Jethro-Tull-Platte “Too old to rock’n’roll, to young to die”.
Nichts führt uns die Gräuel des Alterns so erbarmungslos vor Augen wie ihr Verwesungsprozess. Wenn Mick Jagger fit gespritzt wie ein greises Rennpferd ein vorletztes Mal über die Bühne hetzt, als würde gleich die Apotheke schließen, ist das weniger ein Fanal für die ewige Jugend, sondern doch mehr so, als wenn man Opi weckt, damit er noch mal den Radetzkymarsch vorsingt.
Wovon bezahlen das Ganze, wenn der letzte Hit länger zurückliegt als die Midlife-Crisis? Es gehört zum guten Ton unter Rockstars, im Leben nichts Ordentliches gelernt zu haben. Also lässt man sich wie eine abgehalfterte One-Trick-Mähre ein letztes Mal durch die Manege treiben.
Den ungestümen Wilden nimmt man ihnen jedenfalls nicht mehr ab. Wenn Alice Cooper, heute “School’s out” singt, will man es ihm sofort glauben. Steven Tylers Bierbauch wog zuletzt mehr als der ganze Sänger Mitte der Siebziger. Keith Richards, – sexy wie ein gammeliger Pfannkuchen. Und aus Neil Young, dem letzten Hippie, ist längst Neil Old geworden.
In Zeiten von iTunes und Spotify jedoch fristen die rüstigen Herren allenfalls unter der Rubrik “Classic Rock” ein Dasein als “Rockdinosaurier”.” (Welt.de)
Doch wenn es Leute gibt, da da noch hinpilgern, sollen sie das bitte tun. Schlimmer noch als Stones & Co. ist sind für mich Grönemeyer, Westernhagen, Wecker, die Toten Hosen und Lindenberg. Die bringen dann noch ihre überflüssige politische Überzeugung an die Leute, und das ist einfach nur zum fremd schämen. Und wenn die Rolling Stones heute “I can get no satisfaction” singen, ist das Viagra-Werbung für die Apothekenrundschau. Und Musikindustriellen bieten seit mindestens 25 Jahren keine Leute mit Rockqualität mehr an. Boygroups (von Bands kann man da nicht sprechen) wurden designt, und wenn sie ausgelutscht sind, gabs halt eine neue. Von Techno und Hip-Hop will man gar nicht sprechen. Das weder Musik, noch Text. Abgelöst wurde das System von Casting-Shows, in denen windelweiche Background-Sänger ohne Rückgrat zu Stars gemacht werden. Stars mit sehr begrenzter Lebensdauer, aber macht ja nichts, nächstes Jahr gibt einen neuen. Notfalls wird alles – Bands, Trends und Looks – ohnehin im Abstand von wenigen Jahren endlos wiederholt. Diese rebellische Musik ist aus einem Zeitgeist entstanden, in einem Aufbruch der heute immer noch konserviert wird. Nachwuchs ist nicht in Sicht.

Die Rockstars der Welt gehen – Unser Herr kommt, er ist ewig. Er ist der wahre Rock- der wahre Fels.

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