Jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn! Jakobus 1,19
Siehst du einen, der schnell ist zu reden, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn. mehr. Sprüche 29,20
Sei nicht schnell, dich zu ärgern; denn Ärger ruht im Herzen des Toren. Prediger 7,9
Wie goldene Äpfel in silbernen Schalen, so ist ein Wort, gesprochen zur rechten Zeit. Sprüche 25,11
Bei vielen Worten bleibt ⟨Wort⟩bruch nicht aus, wer aber seine Lippen zügelt, handelt klug. Sprüche 10,19
“Der Bundespräsident ist ein «undemokratischer Tyrann», der Kanzler ein «Narr», und die AfD ist der «letzte Funke Hoffnung für Deutschland». Seit Elon Musk seine Weisheiten zum Besten gibt, ist der Teufel los.
Soll man Musks Plattform X stärker regulieren oder gleich die Meinungsfreiheit einschränken? Politiker der SPD und der Grünen überbieten sich mit Drohungen.
Beim Betrachten des Flohzirkus lässt sich klammheimliche Freude nicht verhehlen. Ein amerikanischer Milliardär macht mit den Deutschen, was die Deutschen sonst mit dem Rest der Welt machen.
Er gibt unerbetene Ratschläge, sitzt auf dem hohen Ross und weiss alles besser. Man muss es wohl ausgleichende Gerechtigkeit nennen.
Als in Italien vor einiger Zeit eine selbsternannte deutsche «Seenotretterin» verhaftet wurde, liess Frank-Walter Steinmeier die italienische Regierung strammstehen: «Wir dürfen von einem Land wie Italien erwarten, dass es mit einem solchen Fall anders umgeht.» Es klang nach preussischem Kasernenhofton.
Danach griff Steinmeier zum Vorschlaghammer und sagte: «Wer Menschenleben rettet, kann kein Verbrecher sein.» Der Bundespräsident erklärt einem souveränen Staat, wie dessen Rechtsordnung zu funktionieren habe.
Die Wortmeldung war nichts anderes als die Einmischung in die inneren Angelegenheiten einer befreundeten Demokratie – also genau das, was seit Musks Intervention den linken Teil der deutschen Öffentlichkeit in Schnappatmung versetzt.
Bei Steinmeier handelte es sich jedoch nicht um einen Privatmann, der Musk immer noch ist, sondern um ein Staatsoberhaupt. Er sprach mit dem ganzen Gewicht der europäischen Führungsmacht. Als er Trump einen «Hassprediger» nannte, war er Aussenminister. Auch damals sprach er für Deutschland: ein Land, das es offenbar liebt, andere Staaten zu schulmeistern und deren Politiker herabzusetzen.
Dem amerikanischen Milliardär steht noch eine grosse Karriere in Berlin bevor
Sich gegenüber dem Ausland als Gutmenschen zu gerieren, ist eine Marotte deutscher Politiker. In Afghanistan baute die Bundeswehr anfangs lieber Brunnen, als zu kämpfen. Deutschland erklärte seinen Pseudopazifismus für überlegen gegenüber den Kampfeinsätzen der Amerikaner – von denen sich die Bundeswehr aber gerne beschützen liess.
Als Berlin ohne breite Konsultation einer Million Menschen die unkontrollierte Einreise gestattete, erklärte Angela Merkel die «Willkommenskultur» zu der für alle Europäer gültigen Moral und verlangte von den Partnern, Deutschland gefälligst Flüchtlinge abzunehmen.
In der Finanzkrise hatte die Kanzlerin noch auf die Einhaltung europäischer Regeln gepocht. Wenig später stellte sie dann selbst das EU-Recht grosse Waffenlieferungen nach Singapur und Algerien, aber kaum nach Israel
Soll man solche Selbstüberschätzung eine Übersprunghandlung nennen angesichts der historischen Schuld? Oder ist es schlicht Heuchelei?
Vielleicht ist es auch nur der Gratismut von Politikern, die es gewohnt sind, den Mund weit aufzumachen. Sie müssen für ihre Worte nur selten Verantwortung tragen, weil sie sich im Zweifelsfall hinter den USA verstecken können.
Das Versprechen, Israels Sicherheit sei deutsche Staatsräson, war nach dem Überfall der Hamas wenig wert. Washington schickte Waffen, ohne die Israel nicht seine militärischen Siege errungen hätte. Berlin schickte seine Aussenministerin Annalena Baerbock.
Die deutsche Regierung kann sich nicht einmal zu dem unzweideutigen Statement durchringen, man werde israelische Staatsangehörige nicht ausliefern, wenn eine übergriffige und aktivistische internationale Justiz ihre Überstellung verlange.
Kanzler Olaf Scholz lässt im Gegenteil erklären, man halte sich an Recht und Gesetz, was wohl heisst, dass man einen Haftbefehl durchsetzen wird. Das Land des Völkermords leistet Beihilfe, um seine Opfer abermals zu verfolgen, diesmal mit einem konstruierten Genozid-Vorwurf. Die deutsche Staatsräson wird gerade billig verramscht.
Die Moral von der Geschicht: Wer auf ein Podest klettert und seine Überlegenheit ostentativ zur Schau stellt, landet hart auf dem Boden der Tatsachen. Das wird auch Musk erfahren, sollte er eines Tages nicht nur grosse Sprüche, sondern Politik machen.
Bis jetzt redet er nur dahin, beleidigt ausländische Partner und erreicht nichts. Wenn Musk so weitermacht, steht ihm noch eine grosse Karriere als Aussenpolitiker in Deutschland bevor.
Der Milliardär kann sich Baerbock zum Vorbild nehmen, die im Namen einer «wertegeleiteten Aussenpolitik» Israeli, Chinesen und jedem, der nicht bei drei auf dem Baum ist, Ratschläge erteilt. Gebracht hat es wenig, weder im Nahen Osten noch in Asien.
Wer klug ist, macht das Gegenteil von Musk, Baerbock und Steinmeier. Er wägt seine Worte, hält sich mit Belehrungen zurück und dosiert seine Kritik, weil er weiss, dass sie dann am wirksamsten ist. Realpolitik nennt sich das; ein Synonym lautet Diplomatie.”NZZ
Diese Form der Anmaßung ist neben Sozialneid eine der unangenehmsten Eigenschaften der Deutschen. Das gilt im Großen in der Politik wie auch im Kleinen unter Privatleuten. Der Unrat, der sich inzwischen angesammelt hat, würde reichen, um eine sehr lange Zeit erst einmal vor der eigenen Haustür zu kehren. Es fehlt jedoch die Erkenntnis. Deutschland ist in der Hand von Gesinnungsethikern die mit ihrem moralinsaurem Gratismut die Welt beglücken. Es ist eine Ungeheuerlichkeit, ausländische Präsidentschaftskandidaten zu beleidigen und anderen Staaten ständig moralisierende Belehrungen zu erteilen, wie sie sich zu verhalten haben. Statt deutsche Interessen zu vertreten, missbrauchen diese Politiker ihre Ämter, um sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Das Ergebnis? Negative Gegenreaktionen, die Deutschland schaden und nichts bewirken. Damit verraten sie ihren Amtseid, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Deutschland und die EU sind irrelevant geworden, sie haben noch nicht kapiert das das links-grüne Wokeistan abgebrannt ist. Selbstüberschätzung und Einsichtslosigkeit im pathologischen Bereich geleitet von einem dogmatisch-ideologischen Rausch, selbst auserkorene, nicht verhandelbare, universelle Werte, die die meisten nicht teilen. Es sind Eckpfeiler deutscher Politik.
“Es gibt nur zwei Arten von Menschen: die Gerechten, die sich für Sünder halten, und die Sünder, die sich für Gerechte halten.”
Blaise Pascal
