Die Frau Bundeskanzlerin, oberste “Tafel”-Kritikerin und etliche Leute aus der politischen Elite sitzen doch selber oft genug an öffentlichen Tafeln, ohne auch nur einen Cent dafür bezahlen zu müssen. Bei öffentlichen Anlässen wird für diese Leute allerdings nicht ein abgelaufenes Warenangebot aufgetischt, viel mehr werden Delikatessen, feine Weine etc. von schmucken Kellnern im Frack mehrgängig kredenzt. Ich finde, wer selber oft genug auf Kosten der Allgemeinheit tafelt, sollte sich keine Zensuren über diejenigen erlauben, die für die Leute am unteren Rand der Gesellschaft sorgen.
Abgehoben lebend, stets beschirmt von Leibwächtern, ins Parlament und wieder zurück chauffiert, finanziell äusserst gut abgesichert, nicht mit den alltäglichen Problemen der Bürger konfrontiert, geschweige denn mit den harten Lebensbedingungen der Armen – woher nimmt Frau Merkel sich also das Recht, eine solche einseitige Kritik zu üben? Wenn es in den letzten Jahren um Kindergeld, Besserstellung der Familien, Rentenerhöhungen ging, hieß es von der Bundesregierung immer, es sei kein Geld dafür da. Als 2015 bis heute die sogenannten Flüchtlinge kamen, waren plötzlich 50.000.000.000€ sozusagen aus der Portokasse zahlbar.
Was denn jetzt?
Einmal ganz von den Flüchtlingen abgesehen müssen sich Union und SPD doch die Frage gefallen lassen, welche Sozial- und Rentenpolitik sie in den letzten 30 Jahren betrieben haben. Wie kann es sein, dass in dem angeblich ach so reichen, ach so reichen Land über tausend ehrenamtliche Tafeln notwendig sind, um Hunderttausende mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Tafeln sind inzwischen bei der Versorgung seitens des Staates schon eingepreist. D ist wie immer Beispiel dafür, dass auch die beste Idee irgendwie pervertiert werden kann. Union und SPD sollten sich schämen, ehrenamtliche Helfer so anzugehen.
Niemand kann selig sein, solange er kalte Füße hat, und keiner kann bekehrt werden, solange ihn Zahnschmerzen quälen.
William Booth (Gründer der Heilsarmee)
