“Als erste Frau im Amt einer Landes-Regentin ging sie Freund und Feind mit lockeren Sprüchen und barschen Vergleichen gern auf die Nerven. Sie wusste sich selbst dabei stets geschickt ins Bild zu setzen – und war damit bundesweit ein Vorbild für viele Frauen. Den SPD-Führungsstreit ihrer Amtskollegen Schröder (Niedersachsen) und Lafontaine (Saarland) mit Parteichef Scharping kommentierte sie 1995 trocken: Die Männer zankten „wie kleine Jungs, die im Sandkasten mit ihren Förmchen spielen“. Als Ministerpräsidentin kam sie 1993 ins Amt, weil SPD-Vorgänger Engholm sich nach der Barschel-Affäre um Kopf und Kragen gelogen hatte.
Simonis galt als Aufklärerin, die wieder Ruhe in die Nord-SPD bringen sollte. Die Finanzexpertin sanierte, so weit möglich, den Landeshaushalt, mischte sich auch bundespolitisch immer wieder bei Frauen- und Finanzthemen ein. Doch am Ende scheiterte sie an den verdrossenen Genossen: 2005, nach einer knapp gewonnen Landtagswahl, verweigerte ihr ein Abgeordneter im Kieler Landtag die Gefolgschaft. Über mehr als sieben Stunden und vier Wahlgänge verpasste die gebürtige Bonnerin die Mehrheit. Ihr CDU-Kontrahent Peter Harry Carstensen beerbte sie. Wer der „Heide-Mörder“ war, ist bis heute ein Rätsel. 2014 gab sie bekannt, dass sie an Parkinson erkrankt war. Zuletzt saß die Ehrenbürgerin ihres Küstenlandes im Rollstuhl, wurde von Ehemann Udo (85) gepflegt. Die Ehe blieb kinderlos.” Bild.de
Ob sie in Frieden ruht hängt davon ab, ob sie in Frieden mit Gott verstorben ist. Das wünschen wir ihr. Der Herr tröste ihre Lieben.
