“1948 probiert Hildegard Knef es in Hollywood. Sie bleibt drei Jahre. Aber die Filmrollen bleiben aus. “Es passierte gar nichts”, resümierte sie später. “Ich verzeihe mir diese Zeit und meine ungeheure Dummheit und Naivität, die ich damals hatte, heute noch nicht.” Christina Palastanga skizziert ihre Mutter heute so: “In ihrem Ausblick war sie wirklich Realistin. Aber wenn es zur Kunst kam, war sie Träumerin.”
Die Misserfolge loswerden. Schaut her, ich bin wieder da. Die Texte ihrer Songs helfen ihr. Schaffen Abstand zum eigenen Drama. Ihr Leben bekommt Klang, selbstironisch und trocken. Zurück aus den USA versucht Hildegard Knef einen erneuten Durchbruch als Schauspielerin. In “Die Sünderin” zeigt sie sich nackt. Außerdem geht es um Sterbehilfe. Zwei Tabubrüche. “Die Sünderin” wird der Skandalfilm des Jahrzehnts.
Ich habe mit bedeutenden Regisseuren oft leider nicht sehr bedeutende Filme gemacht”, sagte Hildegard Knef. “Das tut mir heute noch weh. Und da die Angebote immer sehr interessant waren, weil sie oft verbunden waren eben mit besonders interessanten und guten Regisseuren, habe ich den Fehler gemacht doch Filme zu drehen, die ich hätte bleiben lassen sollen.”
So gut wie alles in ihrem Leben spielt sich in der Öffentlichkeit ab. Glück und Niederlagen. Und sie gibt Auskunft, auch auf die unmöglichsten Fragen. “Ich glaube, das Leben schuldet uns nichts als das Leben”, sagte Hildegard Knef. “Und alles andere haben wir zu tun.”
“Wie oft sie durch tiefste Täler gehen musste, hoch bis es höher nicht geht und runter bis es tiefer nicht geht. Und zwar in jedem Aspekt”, sagt die Regisseurin Luzia Schmid. “Es war nicht nur Karriere. Es war die Gesundheit. Es war die Liebe. Es war jeder Aspekt. Es ging es ganz hoch und ganz runter.”
In ihrer Autobiografie “Der geschenkte Gaul” erzählt Hildegard Knef von deutscher Schuld und Mitläufertum. Ein internationaler Bestseller. Gnadenlos, fast schnoddrig wie “Das Urteil”, die Geschichte ihrer Krankheit. Auch daraus macht sie keinen Hehl, lässt sich im Krankenbett fotografieren. 57 Mal kommt sie unters Messer. Die Bundesrepublik nimmt gierig Anteil an ihrem Krebsdrama. Und sie setzt die Schönheits-OPs obendrauf. “Ich hoffe, dass sie mit dem Leben zufrieden war”, sagt ihre Tochter Christina Palastanga.” daserste.de
Diesen Vers kannte sie leider nicht. Kennst du ihn?
“Denn wer sich an sein Leben klammert, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben für mich aufgibt, der wird es für immer gewinnen.” Matthäus 16,25
