Dramatischer Brief einer Krebs-kranken Mutter von 4 Kindern, an eine junge kranke Mutter, die ihren Freitod für den 01.11.2014 angesetzt hat…

Kara Tippetts ist eine Krebs-kranke Mutter von 4 Kindern. Sie schrieb an Brittany Maynard (29 Jahre alt). Brittany Maynard macht zur Zeit Schlagzeilen, weil sie als junge Mutter ihren Freitod für den 01.11.2014 angesetzt hat…

Liebe Brittany,

meine beste Freundin und ich lasen heute Morgen deine Leidensgeschichte. Es berührt mich schmerzlich, dass Du an einem Gehirntumor im Endstadium leidest und die Ärzte Dir eine Lebenserwartung von weniger als 6 Monaten prognostiziert haben, obwohl Du erst deinen 29. Geburtstag begangen hast.

Schweren Herzens ging ich zu meinem Onkologen. Auch ich liege im Sterben, Brittany. Mein Onkologe und ich tauschten uns relativ lange über Dein einschneidendes Ungemach aus. In sanften Tönen erörterten wir den schweren Weg, zu dem man Dir geraten hat.

Als ich nach Hause kam, haben meine Freundin und ich für Dich gebetet. Wir haben schlicht und einfach dafür gebetet, dass du diese Worte vernimmst, die aus meinem zerbrochenen, aber hoffnungsvollen Herzen kommen. Wir haben gebetet, dass Du meinen Worten zulauscht; sie wurden zwar auf Papier niedergeschrieben, entspringen aber echter Liebe und kommen aus der eigenen Erfahrung. Ich weiss, wie es sich anfühlt, wenn der Horizont unserer Lebenstage, der einst unendlich weit zu sein schien, sich nun zunehmend verdunkelt. Deshalb bitte ich Dich mich anzuhören.

Brittany, Dein Leben, Dein Schicksalsschlag, Dein Leiden sind von großer Bedeutung! Vielen Dank, dass Du deine Privatsphäre verlassen und deine Story an die Öffentlichkeit gebracht hast. Es gibt unzählige Menschen, die durch Deine Situation berührt wurden. Auch sie beten, dass Du den bereits gefassten Entschluß änderst. Brittany, ich liebe dich, und es tut mir so leid, dass Du sterben musst. Es tut mir unendlich leid, dass wir beide einen Weg gehen, der unmöglich zu bewältigen scheint.

Ich denke, dass es wichtig ist über Deine Lebenslage zu berichten. Unserer Gesellschaft tut es gut zu wissen, was in Oregon passiert. Diese Thematik muss ans helle Licht gebracht werden. Und Du hast dazu beigetragen indem Du über dich selbst berichtet hast. Das war unglaublich wichtig. Danke Dir!

Liebes „Herz“, ich kann Deiner Entscheidung aber nicht zustimmen. Das Leiden bedeutet nicht, dass das „Gute“, oder die „Schönheit“ abwesend sind. Das Leiden kann möglicherweise wahre Schönheit offenbaren. Wenn Du dich für den Freitod entscheidest, beraubst Du diejenigen, die dich lieben, der Möglichkeit Deine letzten Momente mitzuerleben und Dir bis zum letzten Atemzug Liebe entgegenzubringen.

Als ich so auf dem Bett meiner Tochter saß und für Dich betete, war es mir unmöglich zu begreifen, dass das Leben meiner kleinen Tochter an „Schönheit“ gewinnen kann, gerade weil sie mein Sterben erleben wird. Jener letzter Kuss, die letzte warme Berührung, der letzte Atemzug sind wichtig. Diese Entscheidung aber wann der letzte Atemzug geschehen soll, ist uns nicht überlassen.

Weil ich Jesus kenne, bin ich überzeugt, dass Er weiss, wie schwer es mir fehlt Abschied zu nehmen. Er begleitet mich dennoch. Ich wünsche es Dir vom Herzen, dass Er auch Dich in Deinem Sterbensprozess begleitet. Denn durch Sein Sterben, beschirmte Er mein Leben – das Leben, das sich jenseits des Irdischen befindet.

Brittany, wenn wir Jesus als unserem Erhalter, Beschützer, Erlöser unserer Herzen vertrauen, dann ist der Tod nicht mehr nur „das Sterben“. Ich wünsche es Dir vom Herzen, dass Du diese Wahrheit, diese Liebe, dieses ewige Leben kennenlernst. Man hat dich angelogen. Es ist eine entsetzliche Lüge zu behaupten, dass Dein Sterben nicht „schön“, oder dass das Leiden unerträglich sein wird.

Zweitausend Jahre lang waren Ärzte da, um das Leben ihrer Patienten liebevoll zu beschützen und sie in ihrem Sterbeprozess mit Respekt zu begleiten. Der Arzt, der Dir diese Pille verschrieben hat, die Dein Leben vorzeitig beenden soll, hat sich vom Eid des Hippokrates „primum nil nocere“ [= „(zuerst einmal) nicht schaden“ oder „als allererstes richte keinen Schaden an“] losgesagt. Von jenem Eid losgesagt, der das Leben beschützen soll und ein würdevolles Sterben gewährleisten soll.

Es gibt auch Menschen, die diejenigen von uns, die an Jesus glauben, diskreditieren wollen. Sie behaupten wir wären verunsichert, unfreundlich oder gar lieblos. Vergib bitte jenen [Christen], die auf Dich nicht liebevoll einreden.

Aber durch mein Flüstern flehe ich Dich liebevoll und aus der Tiefe meines Herzens an, diese Pille nicht zu nehmen. Es stimmt, dass das Sterben Dir schwer fallen, aber nicht seine „Schönheit“ vermissen lassen wird! Würdest Du mir bitte glauben, dass dies wahr ist?

Noch viel wichtiger ist es doch, zu erfahren, dass Jesus dich liebt. Er liebt Dich. Er starb einen schrecklichen Tod an einem Kreuz, damit Du ihn kennenlernen kannst. Damit wir nicht mehr von Ihm getrennt leben müssten. Dass Er starb ist nicht einfach eine beliebige Erzählung. Er starb, überwand jedoch den Tod drei Tage später. Er überwand auch den Tod, dem Du und ich aufgrund unseren Krebserkrankungen gegenüber stehen. Er sehnt sich danach, Dich kennenzulernen, Dich in Deinem Sterbeprozess zu umsorgen und Dir das Leben im Überfluss zu geben – das ewige Leben.

Alle Lebenden werden eines Tages dem Tod ins Auge sehen. Deswegen müssen wir uns die allerwichtigste Frage stellen: WER ist dieser Jesus, und was hat er mit meinem Sterben zu tun? Ich flehe Dich an, schluck diese Pille nicht, bevor Du dir diese Frage gestellt hast.

Vor kurzem habe ich mein Buch „The Hardest Peace“ veröffentlicht. Zudem blogge ich über die Vorkommnisse in den letzten Tagen meines Lebens. Es ist nicht lediglich die Story einer sterbenden Krebspatientin. Es geht um das Leben! Das Leben aufgrund der GROSSEN LIEBE und um das Sterben in der Liebe. Eine atemberaubende, alles entscheidende Liebe.

Gerne würde ich morgen noch in ein Flugzeug einsteigen, um Dich zu treffen und um Dir diese ganze Schönheit trotz meines Zerbruchs nahezubringen.

Ich bete darum, dass diese meine Worte Dich erreichen. Ich bete auch, dass sie die Menschenmassen erreichen, die nun Deine Wegstationen mitverfolgen. Sie glauben der Lüge, dass das Leiden ein Irrtum ist, dass das Sterben nicht ausgehalten werden kann und dass die Entscheidung – wann und wie wir sterben – Mut beweist.

Nein, das frühzeitige Sterben ist niemals das, was Gott beabsichtigt hat. In unserem Sterbeprozess begegnet Er uns mit Seiner wunderbaren Gnade.

Der Eid des Hippokrates ist unentbehrlich. Diejenigen die sich davon lossagen, müssen damit konfrontiert werden. Es tut mir im Herzen weh, dass sie sich von diesen „Ufern der Gnade“, die uns in unserem Leben und Sterben beschützen, entfernt haben.

Mein Arzt begleitet mich in meinem Sterbeprozess. Es wird ein schöner aber auch schwieriger Weg für uns alle werden. Aber, höre mich bitte an: dies ist nicht ein Irrtum! Der letzte Atemzug wird mit „Schönheit“ einhergehen.

freie Übersetzung gem.: www.aholyexperience.com/

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