Kirchentag: Wenn eine Kirche anfängt, sich dem Zeitgeist anzupassen – ist sie tot. Anpassung, Zeitgeist und Megaevents geben keine Antworten.

Christen sind das Salz, nicht der Zucker für die Welt.
„Der Zeitgeist unserer Tage strebt fortwährend vorwärts; er erhebt den Anspruch der Autonomie und zerstört auf seinem Weg alles, was uns lieb und teuer ist. Hätten wir uns vor sechzig Jahren vorstellen können, dass Millionen ungeborener Kinder in unseren westlichen Ländern getötet werden würden? Oder dass wir keine Redefreiheit haben würden, wenn wir in den staatlichen Schulen von Gott und den biblischen Wahrheiten erzählen wollten? Oder dass jegliche Form sexueller Perversion von den Medien der Unterhaltungsindustrie gefördert werden würde? Oder dass Ehe, Kindererziehung und Familienleben angegriffen würden? Trauriger Weise müssen wir gestehen, dass nur sehr wenige Christen erkannt haben, in welchem Kampf wir uns befinden. Sehr wenige haben eine eindeutige und mutige Stellung gegen den Zeitgeist unserer Tage bezogen, der unsere Kultur und die christliche Gesinnung zerstört, die unserem Land einst seine Gestalt gaben.
Die Heilige Schrift macht aber klar, dass wir als bibelgläubige Christen in einen Kampf einbezogen sind, der kosmische Ausmaße hat. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod um den Geist und die Seele des Menschen, ein Kampf, der von Ewigkeitsbedeutung ist; ebenso ist dies auch ein Kampf auf Leben und Tod um das Leben auf dieser Erde.Auf der einen Ebene handelt es sich um einen geistlichen Kampf, der in den himmlischen Regionen geführt wird. Der Brief von Paulus an die Epheser liefert uns die klassische Ausdrucksweise:
„…weil bei uns der Kampf nicht gegen Blut und Fleisch ist, sondern gegen die Erstrangigen, gegen die Autoritäten, gegen die Weltbeherrscher der Finsternis dieser Weltzeit, gegen die geistlichen Wesen der Bosheit in der Himmelswelt.“ (Epheser 6,12)
Glauben wir wirklich, dass wir uns in einem kosmischen Kampf befinden? Glauben wir wirklich, dass es „Mächte der Finsternis“ gibt, die unser Zeitalter beherrschen? Glauben wir wirklich, wie der Apostel Johannes sagt, dass „die ganze Welt in der Macht des Bösen liegt“ (1. Joh. 5,19)? Wenn wir diese Dinge nicht glauben (und wir müssen feststellen, dass sich ein Großteil der evangelikalen Welt so verhält, als ob er diese Dinge nicht glauben würde), dann können wir sicherlich nicht erwarten, dass wir in diesem Kampf gute Aussichten auf Erfolg haben. Warum ist das christliche Ethos unserer Kultur so vergeudet worden? Warum haben wir so wenig Einfluss auf unsere heutige Welt? Liegt es nicht daran, dass wir den eigentlichen Kampf nicht ernst genommen haben? Und wenn wir darin versagt haben, den Kampf ernst zu nehmen, dann haben wir sicherlich auch verfehlt, die Waffen zu ergreifen, die unser Herr für uns vorgesehen hat. Wie der Apostel Paulus schreibt:
„…meine Brüder: Werdet innerlich gekräftigt in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke! Zieht an die volle Rüstung Gottes, damit ihr gegen die listigen Vorgehensweisen des Teufels stehen könnt. ( … ) Nehmt deswegen die volle Rüstung Gottes auf, damit ihr imstande seid, am bösen Tage zu widerstehen und, nachdem ihr alles ausgerichtet habt, zu stehen. Steht also, eure Lenden mit Wahrheit umgürtet und den Brustpanzer der Gerechtigkeit angezogen und die Schuhe an den Füßen gebunden in der festen Bereitschaft der guten Botschaft des Friedens – zu dem allem den Schild des Glaubens aufgenommen, an dem ihr alle brennenden Geschosse des Bösen werdet löschen können, und nehmt in Empfang den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das das Wort Gottes ist; und betet zu allen Zeiten im Geist mit allem Gebet und Flehen; seid zu diesem selben Zweck wachsam mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen.“ (Eph 6,10.11.13 -18)
Beachten Sie, dass hier nichts von dem aufgeführt wird, was die Welt für gewöhnlich als Vorgehensweise annimmt; aber es gibt keine andere Möglichkeit, den geistlichen Kampf in den himmlischen Regionen zu führen. Wenn wir diese Waffen nicht ergreifen, haben wir auch keine Hoffnung auf einen Sieg.
Der eigentliche Kampf ist ein geistlicher Kampf in den himmlischen Regionen. Das bedeutet allerdings nicht, dass der Kampf, in dem wir uns befinden, sich im außerweltlichen Bereich oder außerhalb der Menschheitsgeschichte abspielt. Es ist ein wirklich geistlicher Kampf, aber er findet nichtsdestoweniger ebenso hier auf der Ebene in unserem eigenen Land statt, in unserem Gemeinwesen, an unseren Arbeitsplätzen, in den Schulen und sogar in unseren Häusern. Das Gegenüber des geistlichen Kampfes befindet sich in der sichtbaren Welt, in den Köpfen von Männern und Frauen und auf jedem Gebiet der menschlichen Kultur. Der himmlische Kampf wird im Bereich von Raum und Zeit auf der Bühne der Menschheitsgeschichte geführt. Aber wenn wir den Kampf auf der Bühne der Menschheitsgeschichte gewinnen wollen, müssen wir uns zunächst dem geistlichen Kampf mit den Waffen stellen, die die einzig effektiven sind. Dazu benötigen wir eine lebenslange Bindung an Christus, die sich auf die Wahrheit stützt, in der Gerechtigkeit lebt und im Evangelium begründet ist. Interessanterweise stellt man fest, dass alle Waffen, die Paulus bis zu diesem Punkt aufzählt, Defensivwaffen sind. Die einzige von ihm erwähnte Offensivwaffe ist „das Schwert des Geistes, Gottes Wort“. Während die anderen Waffen uns dazu dienen sollen, uns gegen die Angriffe Satans zu verteidigen, ist die Bibel diejenige Waffe, mit der wir uns zusammen mit unserem Herrn in die Offensive begeben können, um die geistlichen Feinde in ihrer Gottlosigkeit zu besiegen. Aber wir müssen uns auf die Bibel als Gottes Wort berufen und zwar in allem, was sie lehrt bezüglich der Rettung genauso wie in ihren Aussagen zur Geschichte, zur Wissenschaft und zur Moral. Wenn wir auf irgendeinem dieser Gebiete Kompromisse eingehen, wie das unglücklicherweise heute bei vielen geschieht, die sich evangelikal nennen, dann zerstören wir die Kraft des Wortes Gottes und liefern uns selbst in die Hände des Feindes. Schlussendlich benötigen wir ein Leben des Gebets: „Betet zu jeder Zeit im Geist.“
Auf dem Gebiet der menschlichen Geschichte ist dieser Kampf jedoch genauso wichtig. Auch hier herrscht ein fundamentaler Konflikt, der das irdische Gegenüber des himmlischen Kampfes darstellt. Dieser Konflikt nimmt zwei Formen an. Die erste hat damit zu tun, wie wir denken – mit unseren Vorstellungen und mit unserer Weltanschauung. Die zweite bezieht sich auf die Art, wie wir leben und handeln. Beide Konflikte – auf dem Gebiet des Denkens und auf dem Gebiet des Handelns – sind von Wichtigkeit; auf beiden Gebieten finden sich die bibelgläubigen Christen in einem Kampf mit der uns umgebenden Kultur unserer Tage wieder.“
– Quelle: Francis A. Schaeffer, Die Große Anpassung

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