
“Egmond Prill war ein Kämpfer für mehr Evangelium in der Öffentlichkeit und für christliche Werte in der Gesellschaft. Er ging seinen Lebensweg mit großem Gottvertrauen und gegen manche Widerstände. Als kritischer Geist und Freund des freien Denkens rieb er sich immer wieder an Konformismus, Bevormundung und einer als einseitig wahrgenommenen Berichterstattung.” (pro)
Hier eine Andacht, die er in der Zeitung der Christlichen Medieninitiative pro, deren Mitarbeiter er lange war, veröffentlicht hat. Es geht um die Auferstehung:
„Am Ende war alles sehr schnell gegangen. Innerhalb weniger Stunden: Gefangennahme, Verurteilung, Hinrichtung. Die aufgestachelte Volksmenge durfte mitreden und schrie: „Kreuzige, kreuzige!“ Der religiöse Rebell aus der Provinz wurde vor den Toren der Stadt Jerusalem nach römischer Weise ans Kreuz gehängt. Jesus von Nazareth hauchte sein Leben aus und starb. Der Tod hatte gesiegt. Aus. Ein großer Stein vor das Grab, bewaffnete Wachen daneben und Schluss. Feierabend und Feiertag.
Nach dem heiligen Sabbat beginnt nach biblischer Zählung die neue Woche. Es ist früher Sonntagmorgen, jene Stunde an der Schwelle zum neuen Tag. Frauen aus dem Jesus-Kreis sind unterwegs zum Grab. Mit Duftöl und Balsam wollen sie die Grablegung beenden und so dem Toten die letzte Ehre geben. Mutige Schritte hin zu Jesus. Was würden die Soldaten machen? Und was machen wir mit dem Stein? Bange Fragen auf dem Wege.
Doch dann erfahren diese Frauen zuerst: Jesus lebt! Ausgerechnet Frauen. Sie galten damals wenig im öffentlichen Leben, waren vor Gericht nicht einmal als Zeugen zugelassen. Und im Volksmund verkörpern sie heute noch das „schwache Geschlecht“. Als die Frauen zu Jesu Freunden eilen und sagen, was sie gesehen und gehört haben, begegnet ihnen kalte Ablehnung. „Geschwätz!“ Die Jünger glaubten ihnen nicht. Doch Jesus ist wahrhaftig zu einem neuen Leben erweckt worden.
Jesus ist das Leben und er will uns lebendig machen. Der eiskalten Welt will er Wärme geben. Die dunkle Nacht ist vorbei.
So schreibt der Apostel Paulus: „Denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.“ (Epheser 5,14–15).
Jeder Mensch ist neu zum Leben gerufen. Mitten in der alten Welt fängt mit dem Glauben an Jesus Christus etwas Neues an. Die Kraft der Auferstehung verändert uns. Wo wir mit dieser Kraft anderen Hilfe und Liebe geben, erhält die Welt ein neues Gesicht. Mutige Frauen waren die ersten Zeugen, zuverlässige Zeugen des Ostermorgens! Die Männer brauchten Nachhilfe, bevor auch sie sahen und glaubten. Jesus lebt. Das ist die glaubwürdigste Geschichte der Welt, denn wir können auch heute dem Lebendigen im Glauben begegnen: Kinder und Erwachsene, Frauen und Männer.“ Egmond Prill/ pro
