“Eine Gesellschaft, die sich weigert, anzuerkennen, dass es ein Richtig und ein Falsch, ein Gut und ein Böse gibt, und dass diese Werte von außen an sie herangetragen werden, stattdessen die Moraldefinition ins Belieben der Menschen stellt, ist nur scheinbar aufgeklärt und freiheitlich. Vor allem ist sie es dann nicht, wenn sie abweichende, scheinbar überkommene Meinungen als intolerant abwertet und aus dem öffentlichen Diskurs verbannt. Die letzten Monate haben gezeigt: Was nicht sein darf, darf nicht geäußert werden. Eine freiheitlich gesinnte Gesellschaft hat jedoch genau das auszuhalten: Meinungen aufgrund ihrer Argumente anzuhören und in Beziehung zueinander zu setzen. Längst hat sich das Bewusstsein aus unseren Köpfen verabschiedet, dass es so etwas wie das Absolute (oder die Norm, oder Gott) überhaupt geben könnte. Der Individualismus hat ganze Arbeit geleistet! Gut ist, was (mir) gerade passt und (mir) nützt. An das „große Ganze“ glaubt längst keiner mehr. Allenfalls an das Gute im Menschen. Der Glaube an das Absolute scheint die Beschneidung der individuellen Freiheit zur Folge zu haben. Letztlich ist dies eine anthroposophische Frage.
Mir scheint, dass wir in einer Zeit leben, die überdeutlich einmal mehr die Frage stellt: „Gibt es einen Gott?“, und gleichzeitig laut hinausschreit: „Es muss!“ Es verwirrt mich, dass die Verunsicherung mit Händen zu greifen ist und dazu im Namen des Fortschritts willkommen geheißen wird. Dabei bin ich überzeugt, dass wir Gott brauchen, um Mensch zu sein.
Ich bin überzeugt, dass wir Gott brauchen, um Mensch zu sein.
Die Lösung für ein sinnvolles, erfülltes Leben liegt nicht in menschlichen Händen, dem Individualismus, der Identitätspolitik, der Regenbogen-Agenda, sondern „unter den ewigen Armen“ (5. Mose 33, 27). Aus der Anerkennung von Gottes Absolutheit (oder was man auch Heiligkeit nennt) entwickelt sich ein leidenschaftliches Leben in der Umsetzung dessen, was man im Angesicht Gottes erkannt hat (oder was man auch Nachfolge nennt). Dies geschieht durch die Meditation der Bibel und das Gebet unter der Wirkung des Heiligen Geistes.
Leben in verwirrenden Zeiten ist möglich. Klarheit ebenso. Doch dazu bedarf es einer Wiederentdeckung der Wahrheit.” glaubensschritte.com
