Früher haben die Menschen miteinander gesprochen. Heute tippen, chatten und mailen sie.

Wir sind zusammen allein. Auf dem Wer zur Vereinsamung, die permanentes Starren auf das Smartphone mit sich bringt.

Früher haben die Menschen miteinander gesprochen. Heute tippen, chatten und mailen sie.

Was einst als pathologisch gegolten hätte, ist heute der Stil einer Generation. Man will miteinander sein, aber gleichzeitig auch woanders, an Orten, die man nach Belieben besuchen und verlassen kann. Was zählt, ist die Kontrolle darüber, wem und welchen Dingen man sich zuwendet. Wollen wir, dass unsere Kinder soziale Fähigkeiten haben, einander ins Gesicht sehen, sich unterhalten, miteinander verhandeln, sich in einer Gruppe wohlfühlen können?

Smartphones befriedigen drei Fantasien: dass wir uns immer sofort an jemanden wenden können, dass wir immer angehört werden und dass wir nie allein sind. Die Möglichkeit, nie allein sein zu müssen, verändert unsere Psyche. In dem Augenblick, in dem man allein ist, beginnt man sich zu ängstigen und greift nach dem Handy. Alleinsein ist zu einem Problem geworden, das behoben werden muss.

Jugendliche geraten in Panik, wenn sie es nicht dabeihaben. Sie sagen Sachen wie: »Ich habe mein iPhone verloren, es fühlt sich an, wie wenn jemand gestorben wäre, ich meinen Kopf verloren hätte.« Oder: »Auch wenn ich es nicht bei mir habe, spüre ich es vibrieren. Ich denke daran, wenn es im Schließfach ist.« Die Technik ist bereits ein Teil von ihnen selbst geworden.

Wenn etwas funktioniert hat und nützlich war für Eltern, Lehrer und Kinder, sollten wir es schätzen und fördern. Smartphones, Computer und das Internet sind nicht schlecht. Es geht um den Platz, den wir ihnen in unserem Leben geben. (Kulturwissenschaftlerin Sherry Turkle)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.