Gebete erhört. Gott sei gelobt. Pakistan: Freispruch für Christin Asia Bibi

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Im Jahr 2010 hatte ein Distriktgericht in der Stadt Punjab Asia Bibi, die eigentlich Asia Noreen heißt, zum Tod am Galgen verurteilt. Das Urteil löste international Empörung aus. Rechtsgrundlage für die Verurteilung war Paragraf 295 des pakistanischen Strafgesetzbuches. Dort ist für die Beleidigung Mohammeds zwingend die Todesstrafe festgeschrieben. Muslimische Frauen aus ihrem Dorf hatten Asia Bibi beschuldigt, genau dies getan zu haben. Die Christin hatte die Vorwürfe allerdings stets bestritten (Jesus.de berichtete).

2014 rief Asia Bibi nach einer Bestätigung des Todesurteils durch ein Provinzgericht den Obersten Gerichtshof in der Hauptstadt Islamabad an. Dieser sprach die Christin nun frei. Die Richter seien zu der Auffassung gekommen, dass die Vorwürfe juristisch nicht ausreichend seien, berichtet der Guardian (Englisch).

Keine Zukunft für Asia Bibi in Pakistan

Wie wird es nun weitergehen? In Pakistan wird Asia Bibi nach ihrer Freilassung kaum bleiben können. Dies hatte ihr Anwalt schon vor der Urteilsverkündung angekündigt. Er rechne mit Protesten und Toten. Islamistische Gruppierungen hatten vor dem Urteil für den Fall eines Freispruchs „Konsequenzen“ angekündigt. Es hatte auch Morddrohungen gegen die beteiligten Richter gegeben. Dagegen feierten pakistanische Menschenrechtler das Urteil als „Meilenstein“.

Über den Gesundheitszustand von Asia Bibi ist nach acht Jahren Isolationshaft nur wenig bekannt. Ihr Mann erklärte vor der Urteilsverkündung gegenüber dem Guardian, dass seine Frau nach wie vor „geistlich stark sei“ und bereit, für ihren Glauben zu sterben. Dagegen berichtete ein Journalist, der die Christin vor kurzem im Gefängnis besuchen durfte, Asia Bibi habe Erinnerungsprobleme und wirke verwirrt.

Der Blasphemieparagraf im pakistanischen Strafrecht ist in seiner jetzigen Form seit 1986 in Kraft. Zwar ist bislang noch kein Todesurteil vollstreckt worden, Fälle von angeblicher „Gotteslästerung“ lösen in dem streng islamisch geprägten Land aber regelmäßig öffentliche Empörung aus, teilweise verbunden mit Gewalttätigkeiten und auch Lynchjustiz. Zwei prominente Politiker, die sich öffentlich gegen den Blasphemieparagrafen ausgesprochen hatten, wurden 2011 ermordet. Die Mörder wurden von vielen Pakistanis als Helden gefeiert.  Jesus.de

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