Gebetstag für verfolgte Christen (9. November).

Getötet, bedroht, gewaltsam vertrieben: Millionen Christen weltweit sind laut dem neuen Weltverfolgungsindex auch im vergangenen Jahr Opfer von Verfolgung durch Staaten und radikale religiöse Gruppierungen geworden. Wie das den Freikirchen nahe stehende Hilfswerk “Open Doors” am Mittwoch im hessischen Kelkheim mitteilte, waren im Zeitraum zwischen Oktober 2023 und September 2024 rund 380 Millionen Christen weltweit wegen ihres Glaubens mindestens in hohem Maße Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Im Jahr zuvor hatte das Hilfswerk von 365 Millionen Betroffenen gesprochen.
4.476 Christen weltweit wurden laut Weltverfolgungsindex in Zusammenhang mit der Ausübung ihres Glaubens getötet; im Jahr zuvor waren es über 500 mehr. Angriffe auf Häuser von Christen nahmen von 21.431 im Vorjahreszeitraum auf 28.368 erneut deutlich zu. Rund 16 Millionen Christen in Subsahara-Afrika wurden aufgrund von Gewalt und Konflikten gewaltsam vertrieben – gegenüber 16,2 Millionen im Jahr zuvor.
Der Weltverfolgungsindex listet die 50 Länder auf, in denen Christen weltweit am härtesten wegen ihres Glaubens verfolgt und diskriminiert werden. Auf Rang eins liegt nach wie vor Nordkorea, gefolgt von Somalia, dem Jemen, Libyen, Sudan, Eritrea, Nigeria, Pakistan, Iran und Afghanistan. Das bevölkerungsreichste Land Indien belegt wie im Vorjahr Rang 11, China hat sich von Rang 19 auf 15 verschlechtert.
Die deutlichste Verschlechterung ihrer Lage erleiden laut “Open Doors” Christen im zentralasiatischen Kirgisistan, das erstmals in die Negativliste (Rang 47) kam. Zu den größten Herausforderungen für Christen zählt wie schon im Vorjahr ein hohes Maß tödlicher Gewalt in weiten Teilen des afrikanischen Kontinents. Neben Nigeria ist der Tschad (Rang 49) erstmals in der Negativliste vertreten. Dort sei die Bevölkerung zunehmend von islamischem Extremismus und der Bedrohung durch radikale Gruppen wie Boko Haram betroffen, heißt es. Es gebe Entführungen und Zwangsvertreibungen von Christen. Markus Rode, Leiter von “Open Doors” Deutschland, sieht trotz deutlich zunehmender Verfolgung auch Zeichen der Hoffnung. Nach seinen Worten finden immer mehr Hindus, Muslime und Buddhisten neue Hoffnung im christlichen Glauben, auch wenn sie deshalb massiv von ihren eigenen Familien, religiösen Extremisten und autokratischen Regierungen verfolgt würden. Er appellierte an demokratische Regierungen und die freien Medien, auf das Unrecht aufmerksam zu machen.

Das 1955 gegründete Hilfswerk untersucht jedes Jahr das Ausmaß an Gewalt, staatlicher Unterdrückung sowie gesellschaftlicher und behördlicher Feindseligkeit gegenüber Christen in rund 100 Ländern. Die Daten dafür liefern kirchliche Netzwerke, regionale Menschenrechtsanwälte, Analysten sowie Experten von “Open Doors” International. open doors

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