Gerade ist unsere Freundin aus Brasilien auf Besuch. Sie und ihr Mann haben auch einen Überfall in ihrem Haus überlebt.

NICHT OHNE DEN SEGEN GOTTES  — eine schier unglaubliche Geschichte aus Brasilien, wäre da nicht Gott …

Mitten in der Nacht. Fabricio schlug die Augen auf. Was war das für ein Geräusch gewesen? Hatte er geträumt? Seine Frau lag friedlich schlafend  neben ihm. Oder war eines der Kinder wach? Schlaftrunken richtete er sich auf und horchte angestrengt in die Stille hinaus. Nein — da war nichts. Bestimmt hatte er sich nur etwas eingebildet. Wie dumm von ihm! Er betete leise und legte sich wieder hin. Ein kurzer Blick auf seinen Wecker zeigte, dass es noch etliche Stunden bis zum Hellwerden dauern würde … Kaum war er wieder eingenickt, schreckte er erneut hoch. Auch seine Frau war inzwischen wach geworden. Es war hell, jemand musste das Licht angeknipst haben. «Still, macht keinen Lärm! Das ist ein Überfall!» Ein Mann fuchtelte wild mit seiner Pistole vor der Nase des Ehepaares  herum. «Ich bring euch um, wenn 

ihr nicht das tut, was ich euch sage!», zischte er wütend. Nervös deutete er den beiden mit der Waffe, dass sie ihm folgen sollten. In der Küche musste sich Fabricios Frau auf einen Stuhl setzen und wurde gefesselt. Dann wandte sich der Einbrecher Fabricio zu: «Wo ist dein Autoschlüssel? Gib ihn her!» Dieser deutete stumm zur Wand, wo die Schlüssel aufgehängt waren. Dann wurde er grob ins Wohnzimmer gestossen  und dort ebenfalls auf einen Stuhl gefesselt. Seine Gedanken wirbelten  durcheinander. Schliesslich betete er und bat Gott um seinen Frieden und um Schutz für die ganze Familie.

Hastig riss der Räuber sämtliche Schubladen auf, wühlte alles wild durcheinander und raffte zusammen, was ihm wertvoll erschien. Fabricios  Kinder, durch den Lärm und die Hektik ebenfalls wach geworden, liefen erschrocken  herbei. Der Mann ergriff sie und brachte sie zur Mutter, wo auch sie gefesselt wurden. Mit allen Kräften bemühte sie sich, ihre verstörten Kinder zu beruhigen. Sie sprach ihnen Mut zu, auch in dieser Situation auf Gott zu vertrauen. Inzwischen verstaute der Mann das ganze Diebesgut ins Familienauto. Nach einer Weile schlenderte er leise pfeifend zu Fabricio zurück und sagte: «Ich gehe jetzt!» «Waaaas?!? Du bist schon fertig? Du willst jetzt schon gehen?!», entgegnete Fabricio. Überrascht zog der Räuber die Augenbraue hoch und bemerkte: «Ja, ich fahre jetzt los. Ich habe alles, was ich wollte!» Frech baute er sich vor Fabricio auf  und fuchtelte wieder mit der Pistole vor  seinem Gesicht herum. «Nein! Du hast noch nicht alles!», sprach Fabricio mit fester Stimme. «So?!» «Weisst du», fuhr Fabricio mutig  fort eines fehlt dir noch — der Segen Gottes! Mit allen, die uns in unserem   Haus besuchen, beten wir zum Abschied  und erbitten Gottes Segen für sie das  will ich auf für dich tun! Also — die Waffe weg!

Ich kann nicht  beten, wenn du die Pistole auf mich fixierst. Erst wenn du sie runter tust, spreche  ich mit Gott über dich!» Belustigt gehorchte der Mann und verschränkte  seine Arme. «Na los, dann mach schon!», grinste er. Fabricio schloss die Augen, holte tief Luft  und begann laut und inbrünstig zu  beten: »Lieber Vater im Himmel. Du  siehst hier vor mir den Vagabunden, der  heute Nacht unerlaubt in mein Haus eingedrungen ist. Er hat unser Hab und Gut zusammengepackt, das du uns anvertraut hast, und fährt nun mit unserem Auto weg . Herr, es wird uns wehtun, wenn das alles weg ist. Aber, Herr, noch viel mehr als das bitte ich um das Leben dieses einsamen Mannes.

Ich bitte dich von ganzem Herzen, dass du dich über ihn erbarmen mögest und er noch zu seinen Lebzeiten die Möglichkeit  bekommt, sich für ein Leben mit dir zu entscheiden. Bitte schick ihm eine Person über den Weg, die ihm den Weg zu dir zeigt! Amen!» — «So, nun kannst du gehen!», schloss Fabricio. Irritiert starrte ihn der Räuber an und stotterte: «Lass uns verhandeln. Ich — ich — du wirst dein Auto morgen um sieben Uhr unter der einen Brücke am Parkplatz wiederfinden …» Damit stolperte er in die Dunkelheit hinaus. Mit quietschenden Reifen brauste er davon. Nicht lange danach befreite sich Fabrico mühsam und eilte zitternd zu  seiner Familie zu Hilfe.Weinend ,aber doch sehr erleichtert fielen sie einander um den Hals und dankten Gott ,der ihr Leben bewahrt hatte.

Frühmorgens machte sich Fabricio auf den Weg zu der besagten Brücke.Das Auto stand dort!Und welche Überraschung: Sogar das Diebesgut war drin! Überglücklich fuhr er nach Hause zurück. Voller Freude schleppte die Familie die gestohlenen Gegenstände und aus dem Auto und trug sie ins Haus. 

Am darauffolgenden Sonntag hielt Fabricio die Predigt. Er tat die mit grosser Freude und Enthusiasmus. Dabei berichtete er auch von dem Überfall und Gottes Schutz bei der Aktion. Am Schluss forderte er diejenigen, die ihr Leben Jesus noch nicht zur Verfügung gestellt hatten, auf, nach vorne zu kommen, um das Angebot der Versöhnung mit Gott anzunehmen. Dann fragte er unvermittelt: «Ist womöglich der Räuber da und lässt sich von Gott zur Umkehr rufen?» Und tatsächlich —der Dieb war anwesend! Er stand auf und reihte sich in die Gruppe der Leute ein, die ihr Leben Jesus anvertrauen wollten. Fabricios Freude kannte keine Grenzen. Gott hatte sein Gebet erhört! Wie glücklich war er, dass er diesem Mann helfen durfte, Jesus zu finden! 

Als wir Fabricio, einen Baptisten-Pastor aus dem ärmlichen Mittelwesten Brasiliens, kennenlernten, erzählte er uns dieses Zeugnis. Gerne teilen wir mit andern diese wahre und ermutigende Begebenheit. 

Andreas und Gabriela Fuchs, Missionare in Brasilien, Federal District.

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