Gottes Wahrheit kann nicht zum Schweigen gebracht werden.

Beispiele:

Polykarp war ein alter Mann – etwa 86 Jahre alt –, als Soldaten kamen, um ihn zu verhaften. Er war seit Jahrzehnten ein treuer christlicher Führer in Smyrna gewesen. Als sie ankamen, lief er nicht weg. Er stritt nicht. Stattdessen hieß er sie willkommen, ließ ihnen Essen und Trinken servieren und bat nur um eine Stunde Zeit zum Beten.
Während er betete, war sein Mut so ruhig und beständig, dass sogar die Soldaten begannen, zu bereuen, was sie taten.
Er wurde ins Stadion gebracht, wo eine Menschenmenge von ihm verlangte, Christus zu verleugnen. Der römische Prokonsul drängte ihn: „Schwöre bei Caesar. Verfluche Christus, und ich werde dich freilassen.“
Polykarp antwortete mit Worten, die durch die Geschichte hallen:
„Seit sechsundachtzig Jahren diene ich ihm, und er hat mir kein Unrecht getan. Wie könnte ich dann meinen König und Retter lästern?“
Sie drohten ihm mit wilden Tieren. Er gab nicht nach.
Sie drohten ihm mit Feuer. Er antwortete: „Ihr droht mir mit Feuer, das einen Augenblick brennt und bald erlischt, aber ihr kennt das Feuer des kommenden Gerichts nicht.“
Als sie ihn an den Pfahl banden, weigerte er sich, genagelt zu werden. Er sagte: „Lasst mich, wie ich bin; Er, der mir die Kraft gibt, das Feuer zu ertragen, wird mir ermöglichen, ohne mich zu bewegen zu bleiben.“
Das Feuer wurde entzündet.
Nach frühen christlichen Berichten blieb er standhaft, betete und lobte Gott bis zum Ende.

Oxford, 1555. Die Flammen stiegen empor – aber auch das Licht.
Hugh Latimer und Nicholas Ridley
Die Morgenluft in Oxford war kalt und grau am 16. Oktober 1555. Im Graben vor dem Balliol College wurden zwei alte Freunde in Ketten zusammengebracht. Um sie herum war Holz aufgeschichtet. Eisenringe befestigten sie an demselben Pfahl.
Der Hauptvorwurf gegen sie war ihre Ablehnung der römisch-katholischen Lehre von der Transsubstantiation – der Lehre, dass während der Messe Brot und Wein buchstäblich zum Leib und Blut Christi werden. Sie lehnten auch den Opfercharakter der Messe ab und weigerten sich, die Autorität des Papstes anzuerkennen.
Latimer war mittlerweile alt – dünn, erschöpft, aber standhaft. Ridley stand neben ihm, würdevoll, gefasst, aber sichtlich bewegt.
Als das Feuer vorbereitet wurde, blickte Ridley zum Himmel. Latimer wandte sich leicht zu ihm hin. Die Menge beugte sich vor.
Dann sprach Latimer die Worte, die durch die englische Geschichte hallen sollten:
„Seid getrost, Meister Ridley, und seid ein Mann; wir werden heute mit Gottes Gnade in England eine Kerze entzünden, die, wie ich glaube, niemals erlöschen wird.“
Die Fackel wurde an das Holz gehalten.

William Hunter war ein junger Lehrling aus Brentwood in Essex, erst neunzehn Jahre alt. Seine Verhaftung erfolgte aufgrund einer einfachen Handlung – er wurde dabei erwischt, wie er in einer Kapelle die englische Bibel las, und bekannte sich offen zum protestantischen Glauben.
Bei der Befragung lehnte Hunter die Lehre von der Transsubstantiation ab und wies die Vorstellung zurück, dass die Messe ein Opfer sei. Er weigerte sich, zu widerrufen, selbst als man ihn wiederholt dazu drängte, um sein Leben zu retten.
Dafür wurde er während der Herrschaft von Maria I. von England wegen Ketzerei verurteilt.
Am 26. März 1555 wurde Hunter zum Hinrichtungsort in Brentwood gebracht. Foxe berichtet, dass er für jemanden, der so jung war, bemerkenswerte Gelassenheit zeigte. Bevor das Feuer entzündet wurde, betete er und las aus der Bibel.
Dem Bericht zufolge erklärte er, er sei ebenso bereit für den Tod wie für sein Abendessen.
Als die Flammen aufloderten, blieb der junge Lehrling standhaft und hob seine Hände zum Himmel, als er starb.

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