Hat das Leben einen Sinn? Wozu sind wir hier? Was ist der Mensch?

„In seinem Buch “Das egoistische Gen” schrieb Richard Dawkins (1976): “Wir brauchen den Aberglauben nicht mehr, wenn wir Antworten auf folgende tiefe Fragen haben wollen: Hat das Leben einen Sinn? Wozu sind wir hier? Was ist der Mensch? – Wenn man aufgefordert wird, an die vordarwinistischen Antworten auf diese Fragen zu denken – kann man dann tatsächlich überhaupt an einige Antworten denken, die heute nicht wertlos sind, abgesehen von dem Wert, den sie für das geschichtliche Interesse haben? Es gibt etwas, das man als „einfach unrecht haben“ bezeichnen kann, und das ist genau der Fall gewesen in Bezug auf alle Antworten vor 1859″.

Beachten wir die Betonung auf “allen Antworten”. Mit Darwin, so Dawkins, erreichen wir eine Wasserscheide nicht nur in der Geschichte der Wissen­schaft, sondern auch in der Geschichte der Philosophie und der Religion. Vor Darwin glaubten fast alle prominenten Wissenschaftler an Gott. Keith Ward aus Oxford (“God, Chance and Necessity – Gott, Zufall und Notwendigkeit” [1996]): “Es schien der Mehrzahl derer, die tief über die Herkunft und das Wesen des Universums nachgedacht und darüber geschrieben haben, so zu sein, daß das Universum über seine eigenen Grenzen hinweg auf einen nicht-physikalischen Ursprung großer Intelligenz und Kraft hinweise. Fast alle großen klassischen Philosophen – darunter Platon, Aristoteles, Descartes, Leibniz, Spinoza, Kant, Hegel, Locke, Berkeley – meinten, der Ursprung des Alls liege in einer transzendenten Wirklichkeit. Zwar hatten sie unterschiedliche Meinungen über diese Wirklichkeit… aber es war für sie offensichtlich, daß das Universum sich selbst nicht erklärt und daher eine Erklärung von jenseits seiner selbst benötigt.”

Aber nach Darwin, so meint Dawkins, ist der Glaube an einen Schöpfer wertlos und verdiene nur, auf den Schrotthaufen der Geschichte geworfen zu werden. In seinem späteren und sehr erfolgreichen Buch “Der blinde Uhrmacher” bekräftigt er diese Konvergenz zwischen Darwinismus und Atheismus (1986, S.19): “Auch wenn der Atheismus schon vor Darwin logisch haltbar war, so ermöglichte es doch erst Darwin dem Atheisten, intellektuell zufrieden zu sein”. Für Dawkins ist Darwinismus das intellektuelle Fundament, auf dem Atheismus solide aufgebaut werden kann.

Hier steht Dawkins in der Tradition von Sir Julian Huxley, der in einer Festrede anläßlich der Jahrhundertfeier von Darwins “Origin of Species” im Jahre 1959 sagte: „Im evolutionären Denken gibt es für das Übernatürliche kein Bedürfnis und keinen Platz mehr. Die Erde wurde nicht geschaffen, sie hat sich durch Evolution entwickelt… So sind auch alle Pflanzen und Tiere auf der Erde Produkte der Evolution – auch wir, Geist , Vernunft und Seele, Gehirn und Leib. Auch die Religion ist evolutionär entstanden… Der evolutionäre Mensch kann keine Zuflucht mehr in den Armen einer von ihm selbst erfundenen, vergötterten Vaterfigur finden”.

Für Huxley ist Gott nicht nur überflüssig (und sollte daher Occams „Rasiermesserprinzip“ geopfert werden), sondern müßte als ausschließlich fiktive, Freudsche Vorstellungsfigur effektiv aus dem Bereich intellektueller Glaubwürdigkeit getilgt werden. Schöpfung und Evolution sind für Huxley ebenso wie für Dawkins als Erklärungsmodelle prinzipielle Gegensätze.

Ähnlich schreibt Jacques Monod in “Zufall und Notwendigkeit”: “Reiner Zufall, absolut frei, aber blind, liegt an der Wurzel des erstaunlichen Evolutionsgebäudes, so daß der Mensch letztlich weiß: er ist in der gefühllosen Unermeßlichkeit des Alls alleine…. Weder sein Schicksal noch seine Pflicht sind irgendwo niedergeschrieben worden” (1972, S.110,167).“ Bitte den ganzen wunderbaren Artikel hier weiterlesen: www.gemeindenetzwerk.org/?p=9098#more-9098

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