„Dietrich Bonhoeffer ist ein evangelischer Heiliger.“
Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche.
Er starb, weil er glaubte. Und er glaubte, obwohl er qualvoll am Galgen starb. Ein Märtyrer im tiefsten Sinne. Dietrich Bonhoeffer, geboren heute vor 115 Jahren. Christen in aller Welt erinnern heute an sein Leben und Werk.
Wer ist der Mann, den die Nazis am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg hängten?
Sohn eines Psychiaters, das theologische Supertalent seiner Generation. Ein Weltenbummler des Glaubens, der in Barcelona, London und den USA lernte, lehrte und predigte. Er kämpfte mit Worten für die Kirche und gegen Hitler. Er starb mit 38 ungebrochen im KZ, als in der Ferne schon amerikanischeArtillerie donnerte.
Zwei Wochen später befreiten US-Truppen das Lager.
Was können wir heute von Bonhoeffer lernen?
Patriotismus.
Er schlug noch 1939 das Angebot aus, einen Lehrstuhl in den USA zu übernehmen. Er sah seinen Platz im Widerstand – für ein besseres, friedlicheres Deutschland.
Zivilcourage.
Weihnachten 1942 sprach er sich offen gegen das NS-Regime aus: „Wir sind stumme Zeugen böser Taten geworden, wir haben die Künste der Verstellung und der mehrdeutigen Rede gelernt.“
Mut.
Er durchschaute die mörderischen Machenschaften der Nazis – und rief alle Gläubigen in den Widerstand: „Nur wer für die Juden schreit, darf auch gregorianisch singen.“
Gottvertrauen.
Im KZ, Weihnachten 1944, schrieb er bewegende Zeilen: „Von guten Mächten wunderbar geborgen.“ Und weiter: „Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern, des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus Deiner guten und geliebten Hand.“
Bescheidenheit.
Bonhoeffer handelte aus Überzeugung – nicht für Ruhm. Sein Vater: „Er hätte an sich gewiß nicht den Wunsch gehabt, daß Straßen nach ihm benannt werden.“ Und Bischof Huber: „Er wollte nie ein Heiliger werden. Aber Heiligkeit war ein Grundthema seiner Theologie.“ bild.de
Vor seiner Hinrichtung sagte er: „Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens.“
