Der Spiegel berichtet darüber, und die “Welt” bringt jeden Tag einen Bericht der vorangegangenen Sendung. Ist das “Dschungelcamp” wirklich würdig, um darüber zu berichten?
Noch dazu, wenn man bedenkt, dass das fast alles nur gespielt ist und RTL seine drittklassigen Prominenten in ein präpariertes Dschungelparadies schickt, erschreckt man selbst vor dem eigenen “Unterhaltungsbedarf”. Zusammengehalten werden die Schnipsel aus dem Dschungel von mal melancholischer, mal spaßiger Industriemusik, großzügig eingesetzter Zeitlupe und einem Häme versprühenden Moderatoren. Nie soll vergessen werden, dass die Kombattanten da unten Nichtsnutze sind und Gernegroße, denen hier ein mediales Gnadenbrot serviert wird.
Im „Dschungelcamp“ wird das Fernsehen zur Bedürfnisanstalt.
So sind auch die Prüfungen von monotoner Scheußlichkeit, sie erwidern den Geist der Gesellschaft nach zu bemitleidenswerten Personen, von denen man sich absetzen darf. Wieso sollen wir bei Dingen zuschauen, die nicht einmal relevant für das Überleben im eigentlichen Dschungel wären? Aber wie gesagt: RTL würde nicht senden, wenn wir es uns nicht anschauen wollen. Und so können wir mehr ablesen, an der Show, an dem Business, an der Fernsehindustrie, als uns eigentlich lieb ist.
Das Dschungelcamp ist ein widerwärtiges Stück Fernsehen, und dieser Tatbestand – ja es ist ein Tatbestand – muss den Menschen mal wieder eingehämmert werden, denn von alleine verstehen sie es nicht. Es behandelt Menschen wie Abfall. Es packt sie bei ihrer Niedertracht, die Zuschauer wie die Mitwirkenden. Wer es sehen mag, der sehe es. Selbst die derzeit bis zu acht Millionen Menschen aber, die sich – laut orchestriert von einem publizistischen Begleitorchester links wie rechts – dem grenzwertigen Vergnügen hingeben, können nicht darüber hinwegtäuschen: Das „Dschungelcamp“ ist Fernsehen, wie es nicht sein soll.
“Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!” Die Bibel in Philipper 4,8
