— An Bord eines Schiffes, das schon kurz vor der amerikanischen Küste war, befand sich auch als Passagier der französische Gottesleugner Volney (1757- 1820). Seine gottlosen Reden zeigten den Reisegefährten bald, wie er über göttliche Dinge dachte. Oft sagte er, es sei die größte Torheit, sich vor dem Tod zu fürchten, da doch dann mit diesem Leben alles aus sei. Kühn wiederholte er die Spottreden zum Entsetzen der Passagiere. Die Stimmung Volneys sollte sich nur zu bald verändern. Es erhob sich ein gewaltiger Sturm, so dass man fürchten musste, das Schiff könne jeden Augenblick in die Tiefe des Meeres sinken. Volney wanderte auf Deck umher, verfluchte und verwünschte den Kapitän. Als die Gefahr noch drohender wurde, eilte er in seine Kabine, füllte seine Taschen mit seinem Geld und eilte wieder an Deck, um den tollkühnen Plan auszuführen, schwimmend das Land zu erreichen. Man warnte ihn ernstlich. Es sei die größte Torheit, zu versuchen, durch die wilden Wellen zu schwimmen, zumal er schon durch das Geld zum Sinken gebracht würde. Volney sah es ein und blieb an Bord. Seine Unruhe steigerte sich aber nur noch. Er lief auf Deck umher und hinderte die Schiffsmannschaft bei der Arbeit. Man schickte ihn in seine Kabine, um sich dort zu beruhigen. Es dauerte nur einige Augenblicke, da kam er ohne Geld auf Deck. In seiner großen Angst warf er sich auf die Knie, hob seine Hände gen Himmel und rief aus: „O, mein Gott, mein Gott, wie soll mein Ende sein?“ Ein Passagier hatte dieses gehört und rief ihm zu: „Was, haben Sie nun doch noch einen Gott, Herr Volney?“ Bebend vor Angst sagte er: „O ja, ganz gewiss!“ Das machte ihn so beschämt, dass er sich nach kurzer Zeit, als sich der Sturm gelegt hatte, von seinen Reisegenossen fernhielt, die vorher noch seine Spottreden gegen das Christentum mit anhören mussten.
– Wir denken dabei an das Wort der Bibel, wenn die Gottlosen sagen: „Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile!“ (Psalm 2,3). Doch so heißt es im 4. Vers von Gott: „Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer.“
– In den Niederlanden lebte ein wohlhabender Landwirt, der in seiner Heimat als großer Spötter bekannt war. An einem dunklen Herbstabend musste er einmal einen einsamen Weg gehen. Als er eine Strecke des Weges zurückgelegt hatte, wurde er von Räubern angegriffen. Sie forderten von ihm seinen Geldbeutel und die Taschenuhr. Er gab die Sachen nach der Meinung der Räuber nicht schnell genug heraus, so dass sie ihn einfach an einen Telegraphenmast banden und ausplünderten. Sie ließen ihn in seiner unglücklichen Lage und eilten davon. Alle Anstrengungen, die der Landwirt machte, um loszukommen, waren vergeblich. Er rief und schrie um Hilfe, aber niemand hörte ihn in der nächtlichen Stille. Es blieb ihm nichts weiter übrig, als auf den anbrechenden Morgen zu warten. Er war in einer schrecklichen Lage, an Händen und Füßen gebunden, während der Wind den Regen in das Gesicht peitschte. Seine Angst muss entsetzlich gewesen sein, denn in wenigen Stunden hatte er das Aussehen eines alten Mannes bekommen. Welche Gedanken sein Innerstes bewegt haben, lässt sich nicht sagen. Der Spötter war mit Gott allein. Er verstand die gewaltige Sprache Gottes. Seine Lage kam ihm vor wie der Zustand des Verdammten in ewiger Verdammnis. Wird es doch einmal heißen, wenn der Richter die Schar der Verlorenen überschaut: „Bindet ihm Hände und Füße, und werfet ihn in die Finsternis hinaus! Da wird sein Heulen und Zähneklappern“ (Matthäus 22,13). In der Angst seines Herzens fing der Landwirt an zu Gott zu beten. Er hatte früher nur Spottreden für die Frommen, jetzt brauchte er auch den Gott der Frommen, damit er ihn aus der üblen Lage erretten konnte. Mancher Gottlose hat auch die Wahrheit des Schriftwortes erfahren: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen“ (Psalm 50,15). Hier kam es aber zu einer durchgreifenden Änderung, denn aus einem gottlosen Spötter wurde ein aufrichtiger Beter. Missionsbote
