In Katastrophenzeiten früherer Jahrhunderte waren die Kirchen und Gemeinden voll, um Gott um Hilfe zu bitten. Selbst das ist heute kaum noch möglich. H. Stricker

Dass es im Jahr 2020 eine Phase ohne Gottesdienste gab, ist ungeheuerlich; es ist ein Warnsignal, das wir nicht überhören dürfen und das zu Gebet und Besinnung führen sollte. Dass Christen darüber uneins werden, inwieweit den staatlichen Anti-Corona-Maßnahmen Folge zu leisten ist, liegt nicht nur an einer unterschiedlichen Einschätzung des Virus, sondern auch an einer verbreiteten geistlich-theologischen Unklarheit über das Wesen von Staat und Kirche bzw. an einem sehr verschieden ausgeprägten Vertrauen in die Angemessenheit und Vernünftigkeit staatlicher Maßnahmen.

Da die Versammlung zum gemeinsamen Hören der Stimme des Guten Hirten und zur Mahlfeier das heiligste und liebste Vorrecht der Christen ist, findet der Staat an der Freiheit der christlichen Versammlung eine unüberschreitbare Grenze, selbst auf die Gefahr für Leib und Leben hin.

Daher werden sich die Gläubigen nur aufgrund ihrer Eigenverantwortung für sich und ihre Mitmenschen versammeln oder sich in kleinere Gruppen aufteilen.

Dem Staat darf über das Ob und Wie von Gottesdienst (Gesang!) und Sakrament kein Vetorecht eingeräumt werden.

„Christus ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde“ (Kol. 1,18).

Eine Gemeinde, die nur virtuell als Ansammlung Einzelner existiert, wird im digitalen Strom aufgehen und nicht mehr Salz und Licht der Welt sein können.

von: Pfr. Dr. Stefan Felber, Ziefen bei Basel (Schweiz) aus: Informationen des Gemeindehilfsbund Nov. 2020

Kommentare

  1. Marc

    Danke für deine guten Worte. Es wird wohl in der Zukunft auf Zusammenkünfte in Kleinstgemeinden hinauslaufen, die ähnlich wie in China möglicherweise in Untergrundgemeinden münden. Es ist die Absicht Satans, die kleinsten Zellen wie Familie, Hausbibelkreise etc. anzugreifen und zu zerstören. Seien wir stark im Gebet und Vertrauen auf unseren Herrn Jesus.

  2. Reinhard Köster

    Liebe Geschwister,
    ich freue mich über die klare biblische Stellungnahme von Prof. Dr. Stefan Felber in diesem hysterischen und manipulierendem Corona-Geschehen, dass so schwere Auswirkungen auf unsere Kirchen und Freikirchen hatte u n d hat. In erschreckender Weise wird uns vor Augen geführt, wie viel (wenig) ein biblisch zentrierten Gottesdienst noch wert ist – offensichtlich haben die Kirchenleiter vor den Gesprächen mit staatlichen Stellen, also im internen Kreis, keinen Konsens über unaufgebbare Positionen erzielen können. Der mangelnde Konsens, Angst und der gegenläufige Mainstream (besonders der öffentlich rechtlichen Medien) haben dann leider das Einknicken der Gemeinden vor den zuständigen Behörden bewirkt – ein Verrat an biblischen Kernaussagen!
    Auch ich leide sehr unter den aktuellen Einschränkungen und halte sie nicht für dauer-haft hinnehmbar! – evtl. stehen wir nun sehr bald vor einer sehr persönlichen und her-ausfordernden Entscheidung: Anpassung/ Staatsräson oder Nachfolge Jesu mit Leid und Verfolgung – wie unter den Umständen der verfolgten Gemeinden / Christen (weltweit).

    Allen Glaubensgeschwistern möchte ich aber abschließend ermutigen, Gottes Trost und Segen wünschen und viel Weisheit in allen anstehenden Entscheidungen – Jesus Christus führt uns sicher ans Ziel!
    Mit herzlichen Grüßen
    R. Köster

    • ali

      Alois Böck
      Dass in unserem Land Römer 13 dazu benutzt wird, um zweifelhafte, oft sogar schädliche Maßnahmen der Obrigkeit zu rechtfertigen, betrübt mich zutiefst. Viele Ortsgemeinden haben sich in blindem Vertrauen auf staatliche Vorgaben durch Registrierungspflicht, Teilnehmerbegrenzung, Maskenzwang, Abstandsregeln, Gesangsverbot und Entfall des Abendmahls so weit selbst skelettiert, dass „das Wachstum des Leibes zur Auferbauung seiner selbst in Liebe“ (Epheser 4,16) massiv gestört wird. Nach meinem Empfinden kann niemand diese Situation klaglos hinnehmen – es sei denn, es hat den Gottesdiensten schon vor
      der „Pandemie“ an echten mit dem Heiligen Geist erfüllten Inhalten gefehlt.
      Andererseits denke ich, dass viele Geschwister unter den Einschränkungen ernsthaft leiden.
      Sich damit abzufinden oder daraus „das Beste machen“ zu wollen, halte ich für falsch.
      Geistliche Befreiung beginnt mit Gebet. Wir sollten einzeln und gemeinsam darum ringen, wie wir im Jahr 2021 wieder handlungsfähig werden. Wie das konkret aussehen soll, muss jede Gemeinde für sich herausfinden. Eine Option könnte es sein, die Flucht nach vorn anzutreten und in der Öffentlichkeit als „Lichter in der Welt“ (Philipper 2,15) in „ErScheinung“ (im eigentlichen Sinne des Wortes) zu treten. Statt sich von Hygienekonzepten und Abstandsregeln in den Gemeinderäumen gängeln zu lassen, könnten wir kurzerhandm unsere Gottesdienste auf die Straße verlegen. Wem das zu radikal erscheint, dem sei in Erinnerung gerufen: Die Bergpredigt wurde, wie der Name schon sagt, auch nicht in einem Gebäude gehalten. Und als Paulus in Athen weilte, besuchte er nicht nur die Synagogen,
      sondern diskutierte „auf dem Markt an jedem Tag mit denen, die gerade herbeikamen“ Apostelgeschichte 17,17). Allein solch ein Schritt würde der Obrigkeit schon deutlich zu verstehen geben, dass Christen übergriffiges Verhalten von Seiten des Staates nicht einfach so hinnehmen.
      Michael Schuch

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