Ist es wirklich so entscheidend, ob wir jetzt davon überzeugt sind, dass die Evangelien ganz und gar glaubwürdig sind? Welche Rolle spielt das für den ganz normalen, täglichen Glauben eines Christen?

Diese Frage stellte Markus Till an Dr. Peter J. Williams.

“Ja, ich denke, es spielt eine große Rolle. Ich meine: Die Realität ist ja auch wichtig, um es einmal so zu sagen. Ich meine: Wir sind inmitten einer Pandemie, in welcher die Realität eines Virus wichtiger ist als unsere Meinung über das Virus. Und manchmal, wenn Du eine falsche Meinung hast, dann wird das eine Zeit lang vielleicht funktionieren. Aber wenn sie nicht auf der Realität beruht, dann wird das ein Problem sein. Die grundlegenden Fragen lauten also: Ist Jesus real? Ist er wirklich von den Toten auferstanden? Kommt er wieder, um die Welt zu richten? Das sind Fragen über die Realität. Und es ist wichtig, dass man nicht denkt, dass es beim Glauben nur um eine subjektive, persönliche Überzeugung geht. In der Kirchengeschichte haben Christen das Christentum nie auf diese Weise gesehen. Das Neue Testament sieht das Christentum nicht auf diese Weise. Die Apostel sehen es nicht auf diese Weise. Und ich glaube nicht, dass Jesus das so gesehen hat. Es geht um die reale Welt.”Also die Frage nach der Glaubwürdigkeit ist wirklich so zentral für unseren Glauben? Muss man davon überzeugt sein, dass die Evangelien wirklich wahre Berichte sind?”Ja, ich würde sagen: Schau Dir an, was Jesus sagt, als er über das Alte Testament und die Auferstehung befragt wird. Er sagt folgendes: Gott sagt: Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Und dann verwendet er das als Argument für seine Aussage. Wir müssen an die Auferstehung glauben, weil Abraham, Isaak und Jakob in gewisser Weise immer noch am Leben sind, weil Gott ihr Gott ist. Aber ebenso bedeutet das, dass man an die Historizität glauben muss. Man muss glauben, dass Abraham, Isaak und Jakob reale Menschen waren, weil Gott sich selbst als dieser Gott definiert hat. Gewissermaßen hat er sich selbst nach ihnen benannt. Wenn man also nicht an Abraham, Isaak und Jakob glaubt, dann glaubt man nicht an den Gott, über den die Bibel spricht.”

(Markus Till)

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