Katholischer Feiertag: An Fronleichnam verlässt Gott die Kirche.

Da hilft kein Zorn, da hilft kein Spott! Da hilft kein Fluchen und kein Beten! Die Nachricht stimmt: Der Liebe Gott ist aus der Kirche ausgetreten!!! Erich Kästner

Warum sind die Kirchenaustritte auf Rekordniveau? Wahrscheinlich weil Gott jetzt auch ausgetreten ist. Eines Sonntagmorgens betrat ein alter Cowboy eine Kirche, als gerade der Gottesdienst begann. Der alte Mann und seine Kleider waren fleckenlos sauber, aber er trug Jeans, ein Denim-Hemd, und abgetragene, löchrige Stiefel. In der Hand trug er einen verschlissenen alten Hut und eine ebenso verschlissene Bibel mit Eselsohren. Die Kirche befand sich in einem sehr reichen und exklusiven Stadtviertel. Es war die größte und schönste Kirche, die der Cowboy je gesehen hatte. Alle Kirchgänger trugen teure Kleider und kostbaren Schmuck. Als der Cowboy Platz nahm, rückten die anderen Leute von ihm weg. Niemand begrüßte ihn, sprach ihn an oder hieß ihn willkommen. Alle waren schockiert von seinem Äußeren und versuchten nicht, es zu verbergen. Als der alte Cowboy nach dem Gottesdienst die Kirche verließ, kam der Prediger auf ihn zu und bat ihn, ihm einen Gefallen zu tun: “Bevor Sie wieder hierher kommen, sprechen Sie doch bitte mit Gott und fragen Sie ihn, was seiner Meinung nach eine angebrachte Kleidung sei für die Anbetung in der Kirche.” – Der alte Cowboy versicherte dem Prediger, er würde dies tun. Am nächsten Sonntag erschien er wieder zum Gottesdienst, in derselben Aufmachung wie zuvor. Wiederum wurde er vollständig ignoriert und gemieden. Der Prediger kam auf ihn zu und sagte: “Ich erinnere mich, Sie gebeten zu haben, dass Sie ein Gespräch mit Gott hätten, bevor Sie wieder zu unserer Kirche kämen.”“Das tat ich”, antwortete der alte Cowboy.“Und was war seine Antwort?”, fragte der Prediger.“Nun, Gott sagte mir, er hätte keine Ahnung, was ich anziehen sollte. Er sagte, er sei noch nie in dieser Kirche gewesen.”Ein Pfarrer in England sagte eines Abends zum Küster seiner Kirche: „Haben Sie den alten ärmlichen Mann gesehen, der jeden Mittag in die Kirche kommt und gleich darauf wieder hinausgeht? Ich beobachte ihn von meinem Fenster aus und bin etwas beunruhigt. Schließlich gibt es in der Kirche ja auch Wertgegenstände. Versuchen Sie doch mal, ihn zu fragen!“Schon am nächsten Tag sprach er ihn an: „Sagen Sie mal, was veranlasst Sie eigentlich, so in die Kirche zu kommen?“ – „Ich komme, um zu beten“, erwiderte der Alte ganz ruhig. – „Aber hören Sie! Dafür bleiben Sie doch nicht lange genug. Sie gehen doch immer nur bis zum Altar und kehren sofort wieder um. Was bedeutet das?“ – „Das stimmt“, erwiderte der Alte. „Aber ich kann kein langes Gebet halten. Deshalb komme ich jeden Mittag und sage einfach: ‚Herr Jesus, hier ist Simon!’ Das ist ein kleines Gebet, aber ich fühle, dass Er mich hört.“Kurz darauf wurde der alte Simon von einem Lastwagen angefahren und kam ins Krankenhaus.„Sie machen immer einen glücklichen Eindruck, trotz Ihrer Schmerzen“, sagte eines Tages eine Krankenschwester zu ihm. – „Wie könnte das auch anders sein? Ich habe doch jeden Tag Besuch!“ – „Besuch?“, erwiderte sie erstaunt. „Ich sehe aber kaum jemand bei Ihnen. Wann kommt er denn?“ – „Jeden Mittag steht Er dort am Fuß meines Bettes und sagt zu mir: ‚Simon, hier ist Jesus!’“ Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen!Die Anregung zu „Fronleichnam“ entstammt einer Vision(!) der „heiligen Augustinernonne Juliana von Lüttich“ (+ 5.4.1258) und wurde im Bistum Lüttich 1246 eingeführt. Es fehlt die biblische Grundlegung
Luther bezeichnete Fronleichnam 1527 als „allerschädlichstes Jahresfest“.

Kommentare

  1. MANUELA:)

    Danke Ali,
    die zwei Geschichten haben mich ermutigt:-) und bezüglich dieses “Festes” halte ichs mit der Meinung von Luther,
    obwohl ich in ne Baptistengemeinde geh’ (die es zu Luthers Zeiten als “Wiedertäufer*” schwer hatten)
    *unbewusst/als-Baby-Getaufte können bei uns nochmal als Erwachsene ran;-)

    • Herr S.

      Statt Wiedertäuferei haben die Großkirchen andere Feste wie z.B. die Konfirmation oder die Firmung zur freien Bekräftigung der seinerzeit am Kleinstkind vollzogenen Taufe durch den jetzt mündigen Christen.

  2. Herr S.

    Hugo von Hofmannsthal (1874-1929)

    Fronleichnam

    Von Glockenschall, von Weihrauchduft umflossen,
    Durchwogt die Straßen festliches Gepränge
    Und lockt ringsum ein froh bewegt Gedränge
    An alle Fenster, – deines bleibt geschlossen.

    So hab auch ich der Träume bunte Menge,
    Der Seele Inhalt, vor dir ausgegossen:
    Du merktests kaum, da schwieg ich scheu-verdrossen,
    Und leis verweht der Wind die leisen Klänge.

    Nimm dich in acht: ein Tag ist schnell entschwunden,
    Und leer und öde liegt die Straße wieder;
    Nimm dich in acht: mir ahnt, es kommen Stunden,

    Da du ersehnest die verschmähten Lieder:
    Heut tönt dir, unbegehrt, vielstimmiger Reigen,
    Wenn einst du sein begehrst, wird er dir schweigen.

  3. Herr S.

    Ach ja, alljährlich die gleiche rührseligen Geschichte. Fällt Ihnen nix anderes mehr ein? Wo bleibt die Toleranz?
    Viel Spaß beim Löschen dieses unbequemen Kommentars übrigens?

    • Reinhold

      1) Dir fehlt wohl noch der Friede?
      Dein Herz ist freudenleer,
      dein Auge blickt so müde,
      dein Gang ist matt und schwer.
      Refr.: 1.-5. O dass du könntest glauben!
      Du würdest Wunder sehn,
      es würde dir dein Jesus allzeit zur Seite stehn!
      2) Ja, nur bei ihm ist Friede
      und Trost in allem Schmerz
      fürs arme, kranke, müde
      und sorgenvolle Herz.
      3) Denn nur aus seinen Wunden
      quillt für die Seele Heil;
      wer ihn noch nicht gefunden,
      dem fehlt das beste Teil.
      4) Du ringst mit deinen Sünden
      und weißt nicht aus noch ein,
      du kannst nicht Ruhe finden
      in deiner Angst und Pein.
      5) Und fragst du:
      “Was ist Wahrheit?”,
      weil du im Zweifel bist,
      so bitte den um Klarheit,
      der selbst die Wahrheit ist.

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