Kleine Sensation: Linke “Tageszeitung” lobt evolutionskritisches Buch


Die linke Berliner "Tageszeitung", auch taz genannt, ist naturgemäß nicht gerade für ihre Religionsfreundlichkeit bekannt. Um so mehr erstaunt es, dass nun das evolutionskritische Buch "Der Atheismus-Wahn" vom Biologen und Theologen Alister McGrath, sehr wohlwollend und positiv besprochen wurde. Rezensent Robert Misk war zunächst skeptisch, doch bei der Lektüre merkte er bald, dass hier ein "bedächtiger, kluger Gläubiger" seine Überzeugungen logisch zu verteidigen wusste. 

Das Buch ist eine Antwort auf den reißerischen Bestseller "Der Gotteswahn" von Richard Dawkins. McGrath wiese, so der Journalist der taz, ganz unpolemisch und geschickt auf die logischen Schwachstellen in Dawkins´ Argumentation hin. Insgesamt fühle sich Misk vom "milden Christenton" des Oxforder Professors sehr angezogen.
Das Buch "Der Atheismus-Wahn" von Alister McGrath kann man über www.soulbooks.de beziehen.

Kommentare

  1. veli

    a) in dem zitat deutet coetzee natürlich an, warum er die evolution für absurd hält. wenn du´s nochmal langsam liest, stösst du vielleicht drauf

    b) in welchem zusammenhang sagt mcgrath, dass die evolution die “gegenwärtig” beste erklärung sei? in dem abschnitt (s. 30) geht es darum, dass viele der heute anerkannten theorien in der zukunft möglicherweise widerlegt werden. du hast auch nicht zu ende zitiert: “Doch das bedeutet nicht, dass sie auch korrekt ist.”

    c) mcgrath hat nicht nur theologie studiert – er hat molekulare Biophysik studiert und seinen doktor bei professor sir george radda gemacht – das bedeutet, er hat – anders als dawkins – sowohl auf naturwissenschaftlichem gebiet, wie auch als theologe etwas zu sagen.

    d) sollte mcgrath die evolutionstheorie mit dem glauben an Gott vereinbaren können, kann ich ihm nicht zustimmen

  2. floflo

    Coetzee findet es absurd. Wäre schön, wenn es ein Zitat wäre, welches seine Meinung auch begründet. Gitt halte ich übrigens nicht alleine wegen seiner kreationistischen Einstellung für naiv…

    Ich will mal wieder auf den eigentlichen Blogeintrag zurückkommen: Das Buch ist besser als ich gedacht habe und zeigt schön einige Mängel von Dawkins’ Buch auf, entwertet es aber natürlich nicht vollständig.
    Ein Buch zu lesen ist die beste Art und Weise, um sich darüber zu informieren. Du hast es nicht gelesen: McGrath bezeichnet die Evolution als die derzeit beste Erklärung für die vorgefundenen Fakten und ist offenbar auch der Meinung, dass sich die Evolutionslehre und christlicher Glaube miteinander verbinden lassen. Wenn man McGraths akademischen Grad schon anbringen muss, dann doch, dass er Theologie studiert hat, denn als Biologe lobt er Dawkins nur.

    Ich finde es gut, dass dieses Buch neben einigem Unsinn von euch beworben wird.

  3. veli

    “… für mich ist die Evolution durch zufallsgesteuerte Mutation und natürliche Selektion als Erklärung für die Entstehung komplexer Organismen weiterhin nicht nur wenig überzeugend, sondern absurd. Wie können wir die Schlussfolgerung, dass die Stubenfliege von einer Intelligenz höherer Ordnung als unserer eigenen zusammengesetzt worden sein muss, als intellektuell naiv abwerten, solange es keinen unter uns gibt, der auch nur die leiseste Vorstellung davon hat, wie er eine Stubenfliege aus dem Nichts erschaffen sollte? Wenn jemand in diesem Zusammenhang naiv ist, dann derjenige, der die Arbeitshypothesen der westlichen Naturwissenschaft zu erkenntnistheoretischen Axiomen erhebt, indem er argumentiert, was nicht wissenschaftlich als wahr (oder um das vorsichtigere Wort zu benutzen, das von der Wissenschaft bevorzugt wird: stichhaltig) bewiesen werden kann, kann nicht wahr (stichhaltig) sein, nicht nur nach dem von Wissenschaftlern benutzten Maßstab für Wahrheit (Stichhaltigkeit), sondern nach jedem Maßstab, der zählt.”
    J.M.Coetzee (südafrikanischer Nobelpreisträger für Literatur – ehemals Programmierer bei IBM)

  4. floflo

    Die Akademiker-Keule. Gut, in dem Fall stammt sein Titel wenigstens nicht ehrenhalber aus irgendeiner Kreationisten-Propagandamaschinerie (wie z.B. “Dr.” Kent Hovind).
    Fakt ist trotzdem, dass er fachfremd ist, da hilft ihm sein hoher akademischer Grad auch nicht viel weiter, außer, dass man dann von sich behaupten können sollte, in besonderem Maße kritisch und logisch denken und argumentieren zu können. Naiv wollte ich ihn gar nicht nennen, aber vielleicht ist das gar nicht das falsche Wort. Ein Experte auf seinem Gebiet muss er ja sein, aber z.B. seine Übertragung der Informationstheorie auf die Biologie ist teilweise einfach nur mangelhaft oder falsch.
    Was dann die Theologie anbelangt, da beeindrucken mich seine Titel nun gar nicht mehr. Wenn’s zum Glauben kommt, vergessen nur zu viele ihre wissenschaftlichen Tugenden. Nichts, was ich bei einer persönlichen Meinung anprangern würde, doch wenn’s dann noch publiziert werden soll…

  5. veli

    ich weiß ja nicht, warum du einen professor und doktor der informationstechnologie, einen mann der 24 jahre leiter der physikalisch-technischen bundesanstalt in braunschweig war, für naiv hälst?! diesen eindruck habe ich jedenfalls.
    vielleicht weil du selbst naiv bist? wahrscheinlich.

  6. floflo

    Überzeugt durch Werner Gitt? Ich habe von ihm schon einiges gelesen, weshalb ich mir sicher bin, dass ich mir das Geld für seine Bücher getrost sparen kann.

    Die grundsätzlichen Thesen Gitts (veröffentlicht in einem PDF), warum die Schöpfung und Evolution unvereinbar sein sollen, halte ich für grundsätzlich nachvollziehbar, allerdings auch stark für auslegungssache. Hätte er recht damit, wäre das in Anbetracht der aktuellen Beweislage ein ziemlich herber Schlag für den Glauben.

    McGrath ist wenigstens jemand, der auf den richtigen Gebieten die notwendige Kompetenz besitzt und speziell im Fall der Theologie selbstverständlich weit mehr als Dawkins, der es sogar für unnötig hält, sich mit der entsprechenden Literatur auseinanderzusetzen, was ich persönlich für einen Fehler halte.

  7. veli

    du solltest auch mal lesen: Werner Gitt, Schuf Gott durch Evolution? (erhältlich bei soulbooks.de) – das hat mich absolut überzeugt: Glaube an Gott geht nicht mit Evolution zusammen, das eine schließt das andere aus!

  8. floflo

    Deine Meinung, aber kein absoluter Fakt, sonst wären ziemlich viele Christen verflixt ungläubig…
    Ich frage mich, was McGrath darüber denkt. Vielleicht sollte ich das Buch tatsächlich mal lesen, auch um zu sehen, wie evolutionskritisch es denn nun ist, denn ich dachte, darum ginge es maximal am Rande.

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