Der preußische König Friedrich der Große hat sich als Rationalist und ironischer Spötter hervorgetan. Aus der Amtszeit gab es noch relativ viel fromme Beamte, Offiziere und leitende Geistliche. Unter ihnen regte sich ein gewisser Widerstand gegen den König. Ein damals bekannter Hofprediger in Potsdam erlaubte sich die pflichtmäßige Fürbitte für den König aus der sonntäglichen Liturgie im Gottesdienst heraus zu nehmen. Dies wurde dem König zugetragen und er betrachtete dies als persönliche Beleidigung.
Der König lud den Hofprediger vor. Er konfrontierte ihn mit dem Vorwurf, den der Hofprediger aber bestritt. Der König erklärte es gebe glaubhafte Zeugen. Daraufhin erklärte der Hofprediger er sei kein Lügner sondern eher lasse in jedem Gottesdienst das Vaterunser beten. Dabei denke er besonders an den König wenn er betete “erlöse uns von dem Übel”.
