Ludwig II. (Bayern) starb am 13. Juni 1886 in Berg am Starnberger See.

“Um seinen Tod gibt es viele Gerüchte. Die offizielle Version lautet so: Nachdem eine Ärztedelegation auf Geheiß der Minister des bayerischen Kabinetts Ludwig für geisteskrank erklärt hatte, wurde er entmündigt und nach Schloss Berg deportiert. Dort bewachte ihn einer der Psychiater, Prof. Dr. Bernhard von Gudden. Am Abend des 13. unternahmen die beiden Männer einen Spaziergang am Seeufer. Dabei riss der König sich los und rannte ins Wasser. Gudden setzte ihm nach, um ihn von einer Verzweiflungstat abzuhalten. Zwischen ihnen kam es zum Kampf, durch den beide zu Tode kamen.

Schon kurz nach dem Vorfall kamen Verschwörungstheorien auf. Zeugen gaben an, Schüsse gehört zu haben. Dabei lautet eine Annahme, dass zwei Schüsse hinterrücks aus einem Bootshaus abgefeuert worden waren. Eine andere besagt, dass Ludwig auf dem Spaziergang überfallen, mit Chloroform betäubt und im seichten Seewasser ertränkt worden sei. Neben verschiedenen Mordtheorien gibt es noch die Fluchthypothese: Kaiserin Sissi sei aus Österreich gekommen, um Ludwig zu retten. Sie habe sich in einem Boot von der anderen Seeseite herüberrudern lassen. Der König habe versucht, es schwimmend zu erreichen und sei dabei ertrunken. Der wahre Kern dieser Variante ist, dass Sissi zu dieser Zeit tatsächlich am Starnberger See weilte.

Im offiziellen Obduktionsbericht kommen weder Einschusslöcher noch Wasser in der Lunge vor. Aus diesen und anderen Merkmalen schlossen Mediziner, dass Ludwig vermutlich an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben ist. An Guddens Leiche zeigten sich Spuren eines Kampfs und Strangulationsspuren am Hals, möglicherweise hatte Ludwig ihn erwürgt.

Die Frage ist, wer ein Interesse daran gehabt haben könnte, Ludwig zu ermorden. Nach seiner Entmündigung war er politisch bereits tot. Weder die Wittelsbacher – allen voran Luitpold, der als Prinzregent auf den Thron folgte – noch Reichskanzler Otto von Bismarck noch die bayerische Regierung hatten ein Motiv. Nach der Aktenlage und Ludwigs seelischem Zustand kurz davor, inklusive der mehrmals geäußerten Todessehnsucht, zu urteilen, ist die Selbsttötung die plausibelste Variante der Geschichte.” Focus.de

»Es ist notwendig, sich solche Paradiese zu schaffen, solche poetischen Zufluchtsorte, wo man auf einige Zeit die schauderhafte Zeit, in der wir leben, vergessen kann.«
»Ein ewiges Rätsel will ich bleiben mir und anderen.« – Ludwig II. (Brief an Richard Wagner)

“Ludwig II. entzog sich als Grenzgänger in vielen Bereichen den Erwartungen seiner Zeit. Immer wieder wandelte er zwischen Traum und Wirklichkeit, Natur und Kunst, Regierungspflicht und Künstlerfreiheit, Gesundheit und Krankheit. Und so war es auch bei der Religion: Ludwig II. bewegte sich zwischen zweifelnder Philosophie und tiefer Gläubigkeit, zwischen persönlicher Frömmigkeit und anti-ultramontaner Kirchendistanz. „Herr, rüste mich mit Überwindungskraft, stärke den Glauben in Deinem sündigen, unwürdigen Knechte, verleihe mir die Gnade, auf dass ich mit reinem Herzen und mit Zerknirschung Deinen heiligen Leib empfange: Dein im Leben, Dein bis zum letzten Atemzuge, Sieg und Triumph einzig durch Dich, Jesus Christus“, schreibt er 1869 in sein Tagebuch. In Briefen, überlieferten Gesprächen oder auch in seinen Bauten und Spendenpraxis finden sich zahlreiche Belege für seinen Glauben. 1867 schreibt Ludwig II.: „Teuer ist mir die heilige Osterzeit. Rein sei mein Leben und zu Gottes Ehre.“ Ludwigs Glaube war geprägt von lebenslang anhaltender, individualistischer, geradezu solipsistischer Frömmigkeit und einer grundsätzlichen Treue zur katholischen Kirche.” (Der Historiker Hermann Rumschöttel)

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