Mario Proll: Wie ich den Weg zu Jesus fand…

Schon früh kaputt und auf der Suche

Mein Leben ohne Jesus war ganz und gar geprägt von Gegensätzen. von einem ständigen Auf und Ab. Von Einsamkeit und von der Suche. Ich sehnte mich nach Schönem, nach Gelingen, nach Licht und Freundlichkeit. Ich sehnte mich danach, dass das, was ich in mir irgendwie tief ahnte, Wirklichkeit werden sollte, aber es gelang mir nicht. Ich wollte Gutes, aber was ich tat, war nicht gut. Ich wollte Frieden, aber mein Leben war eine einzige Achterbahn mit vielen Auf und Abs. Ich wollte Freiheit, aber in Wirklichkeit war ich gebunden an Gewohnheiten und an Sucht.

Der Weg in die Teestube

Ich heiße Mario Proll und bin in Berlin Kreuzberg geboren. Meine Mutter ist Deutsche, mein Vater Ungar. Einfache Leute waren wir alle und fast alle irgendwie verkrachte und gescheiterte Existenzen. Wie so viele. Meine Mutter ist eine sehr praktische, fleißige und kämpferische Frau, die sich als einige der wenigen aus ihrer Familie mit Fleiß und Arbeit ein solides Leben schuf. Sie war Alleinerziehende, meinen Vater habe ich nie gesehen. Ich war ein Einzelkind. Irgendwie war ich immer ein wenig Außenseiter. In der Schule war ich eigentlich gar nicht so schlecht, nur faul. Ich hatte lange nicht begriffen, worum es ging und lebte lieber in den Tag hinein. Die ersten Berührungen mit der Kirche waren Taufe und Konfirmation. Doch von Christus lernte ich nicht viel. Nur das ungezügelte Leben einer sich selbst zerstörenden Jugend. Als ich aus der Clique flog, war ich schon ziemlich kaputt. Irgendwie hatte ich noch nicht  gelernt, wie man jemanden anders liebt. Jedenfalls war ich ziemlich kontaktgestört und auf dem besten Wege mich selber zu Grunde zu richten. Ich flog durchs Abitur und jobbte dann mal hier, mal dort. Nichts Richtiges, nichts Ernsthaftes. Noch auf der Schule hatte ich eine Einladung erhalten zu einer Teestube. Ich war inzwischen 20 oder so. Eigentlich hatte ich mit Religion und Jesus nichts am Hut. Das war mir irgendwie alles viel zu eng. Auf der anderen Seite suchte ich nach Freunden und Kontakten. Die Leute waren freundlich, ja verständnisvoll und ich hatte sogar den Eindruck, dass sie mich mochten. Davon wurde ich angezogen, wie die Motte vom Licht. Ich ging immer öfter hin. Ich war eine ziemliche Nervensäge. Laut, ungehobelt und verwahrlost. Eine Zumutung für so manchen. Mich beeindruckte, wie sehr sich die Teestubenleute darum mühten, mir Jesus Christus zu erklären. Sie erzählten mir von der Liebe Gottes und ich spürte diese Liebe ein wenig durch sie konkret werden. 

Erkennen und Entscheiden

Sie luden mich auf eine Freizeit in die Schweiz ein. Vierzehn Tage gemeinsames Leben, Wandern und Bibelarbeit. Erst fühlte ich mich wie im Zoo, irgendwie fremd und seltsam. Dann aber sprach mich das Wort der Bibel an. Ja, es riss mich geradezu von den Füßen. Nach einem Tag der Stille und Besinnung las ich an der Wand im Andachtsraum: „Herr, hier bin ich!“ Und in diesem Augenblick geschah etwas ganz Wunderbares. Ich begriff: Gott ist da! Ich kann mit ihm reden. Und da beschloss ich, mich diesem Gott anzuvertrauen. Ich wollte für ihn leben. Ich entschied mich dafür, mein Leben diesem Gott zu weihen. Äußerlich war gar nichts Großes geschehen. Aber es war eine stille Weichenstellung für die nächsten Jahrzehnte.

 Antwort auf die Liebe Gottes

Ich bin heute 64 Jahre alt, aber mein Leben mit Gott begann eigentlich erst wirklich mit dieser  Entscheidung für Jesus Christus vor 28 Jahren in der Schweiz. Es war so, als  ob tief in mir, Gott die zerrissenen und zerbrochenen Teile wieder zurecht gebracht hätte. Ich spürte, wie alles in mir auf Jesus Christus ausgerichtet war und jetzt in Christus Sinn und Erfüllung fanden. Nun begann ein steiniger Weg. Ich machte meine Bekehrung öffentlich, in dem ich der Gemeinde davon erzählte. Ich ließ mich taufen.Vier Jahre Jugendarbeit waren die erste Bewährungsprobe für mich, bevor ich dann auf eine vierjährige Bibelschulausbildung ging. Ich traf auf der Schule meine Frau Gabi, wir heirateten und bekamen zwei Kinder. Ich dachte ich sollte in die Mission gehen, und Gott hauptberuflich dienen, doch hier wurde ich von Gott korrigiert. Die Arbeit in einem Missionswerk mussten wir abbrechen, als Gabi krank wurde. So ging es auf Umwegen zurück in den Beruf als Telekom-Beamter. Fünf Jahre war ich dann ehrenamtlich Pastor einer kleinen Gemeinde, aber das ging ziemlich hart zu Ende. Seitdem bin ich in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Darmstadt als Laie und Helfer tätig, und tue die Dinge, die sich so ergeben: Bibelarbeiten, Predigen, Helfen und Beraten. Ich verstehe mein neues, ewiges Leben als Geschenk. Alles Tun ist für mich ein dankbares Antworten auf die Liebe Gottes! Mario Proll

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.