Nur das christliche Fasten ist das richtige Fasten.

In diesem Jahr beginnen Ramadan, also die Fastenzeit der Muslime, und die Fastenzeit der Kirche am gleichen Tag. Während Muslime erst nach Sonnenuntergang Nahrung zu sich nehmen, sieht es bei der kirchlichen Fastenzeit in der Praxis meistens so aus, dass in dieser Zeit bis Ostern auf Süßigkeiten, Musik oder Ähnliches verzichtet wird oder dass an bestimmten Tagen kein Fleisch gegessen wird. So eine Praxis des Fastens finden wir allerdings nicht in der Bibel. Denn so eine als feste Regel auferlegte Fastenzeit, in der man einfach nur auf etwas verzichtet, weil gerade die Zeit dafür ist, verfehlt eigentlich auch den Sinn des Fastens, wie wir es aus der Bibel kennen.

Sollen wir dann als Christen aber überhaupt fasten? Der Herr Jesus spricht: „Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitsgäste trauern, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen genommen sein wird, und dann werden sie fasten.“ Matthäus 9, 15
Jesus sagt hier zu seinen Jüngern nicht, dass seine Nachfolger fasten können, wenn er nicht mehr auf der Erde ist, sondern dass sie fasten werden. Also ja, Fasten ist schon etwas, dass der Herr für Christen im Sinn hat.

Doch wie fastet man? In der Bibel sehen wir, dass mit Fasten schon auch der Verzicht auf Nahrung für eine bestimmte Zeit gemeint ist und dass diese Zeit mit Gebet und intensiver Gemeinschaft mit Gott verknüpft ist. Es ist aber nicht so wie bei der Kirche, eine feste Zeit, die einem vorgeschrieben wird, sondern man kann sich den Zeitpunkt und die Dauer selber so festlegen, wie Gott es einem aufs Herz legt. Das Fasten dient dazu, sich von den weltlichen Dingen und von fleischlichen Bedürfnissen abzuwenden und sich in dieser Zeit intensiv auf Gott zu konzentrieren.

Gleichzeitig zeigt uns die Bibel auch, dass wahres Fasten mehr ist als nur der äußere Verzicht auf Nahrung. In Jesaja 58, 6–7 spricht Gott: “Ist nicht das ein Fasten, an dem ich Gefallen habe: dass ihr ungerechte Fesseln losmacht, dass ihr die Knoten des Joches löst, dass ihr die Unterdrückten freilasst und jegliches Joch zerbrecht? Besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und arme Verfolgte in dein Haus führst, dass, wenn du einen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst?” Hier wird deutlich: Das Fasten bedeutet auch, sich von Ungerechtigkeit, Härte und lieblosen Taten abzuwenden. Es geht dabei also nicht nur um Verzicht, sondern um ein Herz, das sich verändern lässt und Gottes Willen im Alltag lebt.

Es gibt verschiedene Anliegen, die Gründe zum Fasten sein können. So kann man fasten aufgrund von Trauer, als Zeichen der Umkehr, um für Gottes Weisung zu bitten oder auch generell, um die Nähe Gottes zu suchen. Wichtig beim Fasten ist vor allem die richtige Herzenshaltung, also dass man es nicht macht, um sich dann selbst als gerecht darzustellen oder um bei Menschen angesehen zu werden. Der Herr Jesus spricht: “Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit es nicht von den Leuten bemerkt wird, dass du fastest, sondern von deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich vergelten.” Matthäus 6, 17–18

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