Peter Hahne: “Im Streit um die Kitas regieren die Demagogen.”

 

„Beinahe jeder Satz klingt, als habe man
inzwischen allgemein und letztverbindlich beschlossen: Kinder, und zwar
alle, können nur in Kitas und ähnlichen Verwahr-Einrichtungen optimal
erzogen werden.

Wer in diesen Chor nicht einstimmt und mitmacht,
wird mit Hass und Häme niedergemacht. Manche Talker ziehen gegenüber
einem Andersargumentierenden ein Gesicht, als müssten sie Ekel-TV
moderieren.

Dabei hat vielleicht nur ein Gast in die Runde
geworfen, dass es in einer Demokratie doch möglich sein müsste, in
Sachen Kindererziehung wenigstens Wahlfreiheit zu gestatten und
diejenigen, die ihrer Kleinen wegen zu Hause bleiben, finanziell zu
unterstützen. Um mehr geht’s doch gar nicht! Oder doch?

Ich werde das Gefühl nicht los, als arbeiteten sich vor allem Medienleute an ihrem eigenen Lebensentwurf ab.

Da
kann in einer Zeitung ein riesiger Artikel von exzellenten Experten
stehen, die belegen, dass Kinder in den ersten beiden Lebensjahren
besser eine einzige heimische Bezugsperson brauchen als zehn wechselnde,
gestresste Tages-Tanten im Schichtdienst.

Garantiert geifert daraufhin in der Kommentarspalte eine Kollegin, wie bescheuert Betreuungsgeld doch ist.

Klar, die zwei Drittel Familienfrauen in unserer Bevölkerung sitzen ja schweigend zu Hause und nicht in Redaktionsbüros.

Gleichzeitig
wird der Eindruck erweckt, als seien Mütter, die mit ihrem Kind daheim
bleiben, Prekariats-Schlampen, die die Staatskohle in den nächsten
Schuh-Discounter, Mediamarkt oder zum Getränkehändler tragen. Belegt
wird dergleichen übrigens von keiner Statistik, die ich kenne.“ www.bild.de/politik/kolum…agogen-23902414.bild.html

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