Samuel Koch: Gott wird alle Tränen trocknen.

Warum lässt Gott das zu?Zur Frage, warum Gott das Leid zulasse, habe er auch keine schlüssige Antwort, fände aber Trost in Bibelworten wie: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen (Römer 8,28).“ Allerdings habe er die Existenz Gottes auch schon als Ganzes hinterfragt: »Ist der Glaube oder überhaupt Religion vielleicht nur ein von Menschen gemachtes psychologisches Konstrukt, das uns irgendwie über Wasser halten soll, als Notlösung für einen vermeintlichen Sinn im Leben?  Das Grundvertrauen, das ich vorher Gott gegenüber empfunden hatte, war erschüttert worden…Das erste Mal, dass ich ahnte: „Es gibt ihn doch“, war am Anfang der Reha in der Schweiz. Drei endlose Monate hatte ich auf dem Rücken gelegen, den Kopf eingespannt in einer Schraubstockkonstruktion. Kurz danach durfte ich ein paar Minuten im Rollstuhl sitzen, man fuhr mich auf den Balkon. Schmerzen, Frustration, alle Träume für ewig zerplatzt? In diesem Moment war es die einzig logische Konsequenz, mich an Gott zu wenden. Wohin sonst sollte ich jetzt noch gehen? Das Loch in meinem Hals, durch das ich bis vor kurzem noch beatmet worden war, war noch nicht ganz zugewachsen, als ich zum ersten Mal nach langer Zeit bewusst durch Mund und Nase einatmete… So etwas wie ein Lächeln begann unbewusst in meinem Gesicht zu kitzeln. Ich empfand Dankbarkeit für die wirklich netten Krankenschwestern und Therapeuten. Dann dachte ich an meine Familie und die Freunde und plötzlich verspürte ich – scheinbar grundlos – Freude, die von innen heraus kam… Rückwirkend würde ich diesen Moment als inneren Frieden betiteln. Vielleicht war er ja eine erste Ahnung davon, dass es trotz allem immer noch Grund zur Hoffnung auf ein lebenswertes Leben gibt, dass ich eines Tages wieder glücklich sein kann.Trotzdem blieben noch viele Fragen offen. Ich werde hier auf der Erde nie auf alle meine Fragen eine Antwort bekommen. Doch wenn ich kann, werde ich sie Gott stellen, sobald ich bei ihm bin. Doch bis dahin hoffe ich darauf: „Er wird alle Tränen trocknen und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Klagen und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei“ (Offenbarung 21,4).Tränen trocknen, Schmerzen lindern – das geht auch schon jetzt. Deshalb lasst uns weiter wach, neugierig und abenteuerlustig vorwärts gehen und versuchen, mit so vielen Menschen wie möglich jetzt und hier ein Stückchen Himmel auf Erden zu feiern.«BuchtippsMit diesen Worten aus seinem Buch „Rolle vorwärts: Das Leben geht weiter als man denkt“ schloss der Abend. Ich kann nur empfehlen, es selbst zu lesen und an Menschen zu verschenken, die viel im Leben zu tragen haben. Das Buch weckt Mut und Hoffnung! (gerhard-lenz-berlin.blogspot.com)

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