Sexkritik: Ich will niemals geleakt werden

Was, wenn sich Wikileaks unseres Privatlebens annehmen würde und alle Gedanken, die wir uns jemals in einer Beziehung gemacht haben, öffentlich zugänglich machen würde?
Mal angenommen, Wikileaks würde ausnahmsweise mal nicht die geheimen Akten amerikanischer Diplomaten und hochrangiger Regierungsmitglieder veröffentlichen, sondern auf einmal lauter Daten, in denen es um mein Liebesleben geht. Nur mal angenommen, darin würden alle Gedanken stehen, die sich mein Freund jemals im Laufe unserer Beziehung über mich und den Stand unserer Beziehung gemacht hat. Und angenommen, diese Information würde mir ohne weiteren Kommentar zugeschickt, einfach nur, weil ein gut meinender Mensch in meinem Bekanntenkreis der Meinung ist, dass Geheimnisse einer Beziehung nicht gut tun und sich dazu verpflichtet fühlt, mich aufzuklären.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass damit das Ende meiner Beziehung eingeläutet wäre. Und vermutlich der Beginn einer ganz großen Depression für mich. Denn ich glaube, ich könnte es nur schwer aushalten zu wissen, was mein Freund jeden Tag, 24 Stunden lang, in jeder Situation und jeder emotionalen Verfassung über mich und unsere Beziehung denkt. Wenn es auch nur annähernd dem entspricht, was so durch meinen Kopf wandert, dann finden sich in den vielen rosaroten Gedanken auch einige, die ins Grünlichgelbschwarze gehen. (jetzt.sueddeutsche.de)
Jeder von uns wird irgendwann auffliegen. Alles wird offenbar werden. Spätestens wenn wir vor dem Thron Gottes stehen.
Darum merke dir , der du Angst hast „geleakt“ zu werden: „Alles was du vor Gott verbirgst und versteckst, wird er offenbar machen. Alles was du vor ihm bekennst und offenbarst, wird er in seiner Gnade vergeben und bedecken."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.