Sterben für den Fußball – Tote bei der EM – 2008

Tragische Bilanz dieses Fußballfestes:Eine 20-jährige Frau starb in einer Fanzone in Wien an Herzproblemen.Ein deutscher Fan aus Sachsen-Anhalt kam bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn von Graz nach Wien ums Leben.Viele der begeisterten Fans klagten über Kreislaufprobleme. Die Sanitäter hatte so viel zu tun, dass sie Besucher mit medizinischer Ausbildung um Unterstützung bitten mußten. Dazu kommt noch, daß am vergangenen Donnerstag in Klagenfurt ein 20 Jahre alter kroatischer Fußballfan an Herzversagen gestorben ist. Darum spielten die Kroaten gestern mit eim Trauerflor am Trikot.Dramatisches Nachspiel auch nach dem Sieg über Österreich: In einem Hamburger Gymnasium feierten Schüler den Sieg der Deutschen – einer stürzte dabei sogar aus dem Fenster.Gottseidank gab es hier nur einen ernüchternden Schock mit Hautabschürfungen zu beklagen.Kurios ist auch diese gefährliche Aktion:Auf einer Autobahn im Münsterland hat die Polizei einen radelnden Fan
der deutschen Fußball-Elf gestoppt. Der 36-Jährige war vor dem Spiel
Deutschland-Österreich auf dem Seitenstreifen der Autobahn 31 zwischen
Gescher und Kreuz Borken unterwegs, wie die Polizei berichtete.
Der einstige Trainer des FC Liverpool, Bill Shankley, sagte einmal: »Einige Leute halten Fußball für einen Kampf auf Leben und Tod. Ich mag diese Einstellung nicht. Ich versichere Ihnen, dass es weit ernster ist.«Fußball ist für viele Fans Religion und Lebensinhalt. In prallgefüllten Fußball-Kathedralen jubeln sie ihren Ikonen zu. Ihre Kirchenlieder sind Stadionchöre, Schlachtrufe und Fangesänge. Statt der Bibel sollen Fußball-Zeitschriften und Fan-Magazine aus aller Not helfen. Entwickelt sich Fußball im dritten Jahrtausend zum Opium fürs Volk?

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