Thomas Middelhoff stieg zum Topmanager auf und zum Gefängnisinsassen ab.

“Sein Aufstieg dauerte hingegen viele Jahre lang. Im November 1998 übernahm er dann den Vorstandsposten des Medienkonzerns Bertelsmann. Im Jahr 2004 wurde Middelhoff Aufsichtsratsvorsitzender der kränkelnden KarstadtQuelle AG, ein Jahr später deren Vorstandschef. Als er den Posten im März 2009 abtrat, musste KarstadtQuelle/Arcandor Insolvenz anmelden.

Seit seiner Verurteilung zeigt sich der 66-jährige Middelhoff geläutert, setzt sich mit seinen Fehlern auseinander. Im Gefängnis bekam er eine unheilbare Immunkrankheit und verfasste sein erstes Buch: „A 115 – Der Sturz“. Darin beschreibt er seine Zeit in Haft, das Scheitern und Wiederaufstehen. In seinem zweiten Buch „Schuldig. Vom Scheitern und Wiederaufstehen“, das am 20. August erscheint, geht er noch weiter.

Er stellte sich sogar vor die Bundeskanzlerin
Er schreibt, er sei Gott dankbar, dass er ihn ins Gefängnis geführt habe, weil er damit die Möglichkeit für einen Neuanfang bekommen habe. Er empfinde Scham über sein eigenes Verhalten, sagte er im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“, und blickt zurück auf die Zeit bei KarstadtQuelle: „Ich bin am Wochenende nach Südfrankreich zu meiner Familie geflogen. Das war schwer verständlich für die Mitarbeiter. Das Signal war: Ich lebe im Überfluss, ich kann mir alles erlauben. Wenn man so einen Sanierungsfall annimmt, geht das nicht – dafür schäme ich mich.“ Welt.de

Gefängnis, Frau verloren, Job verloren, Häuser verloren, Gesundheit weg, Freunde und vor allem sein Ansehen verloren. Ich empfinde bei dieser Middelhoff-Geschichte weder Schadenfreude noch Mitleid. Allerdings gratuliere ich diesem Menschen zu seiner Erkenntnis, daß Glück und Gier nicht vereinbar sind. Uns wenn er sich wirklich für den Umgang mit seinen Mitmenschen schämt. sollte man ihm das glauben. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Letzten Endes waren die Pleite und der Gefängnisaufenthalt vielleicht das Beste, was ihm passieren konnte, um zu erkennen, was wirklich zählt im Leben. Ein moderner Zachäus:

Und Jesus ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt: Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.
Lk 19, 1 – 10

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