Todestag von Henri Dunant, der Gründer des Roten Kreuzes.

“Im zarten Alter eines Sonntagsschülers besuchte Henri Dunant die Société Evangélique de Genève, die unter dem Einfluss des Réveil, einer frankophonen Erweckungsbewegung, stand. Bereits mit 19 Jahren begann er, mit Freunden in einer Gruppe junger Menschen die Bibel zu studieren und gemeinsam hungernde und kranke Menschen zu unterstützen. Auch für Gefangenenbesuche nutzte der Junge seine Freizeit und war früh bekannt als einer, der Menschen für seine Ziele begeistern konnte.

Inspiriert durch den Erweckungsprediger Adolphe Monod, gründete er am 30. November 1852 eine Genfer Gruppe des Christlichen Vereins junger Männer (CVJM) und gehörte 1847 auch zu den fünfzehn Gründern der Schweizerischen Evangelischen Allianz. Er wurde im Alter von 24 Jahren ihr charismatischer Sekretär und leitete sie in dieser Funktion bis 1859.

Solferino: Der Schock-Moment

Die Reiseeindrücke aus Algerien, Tunesien und Sizilien stachelten Dunant 1858 zu seinem ersten Buch mit dem Titel «Notice sur la Régence de Tunis» (Notizen zu Tunesiens Regentschaft) an. Dadurch erhielt er Zugang zu diversen wissenschaftlichen, internationalen Kreisen.

Eines Abends im Juni 1859 kam der Handelsreisende beim Schlachtfeld in der Nähe Solferinos vorbei, wo immer noch rund 38’000 Verwundete, Sterbende und Tote auf dem Schlachtfeld lagen. Tief betroffen organisierte er kurzerhand mit Freiwilligen aus der dortigen Bevölkerung eine notfallmässige Versorgung der verwundeten Soldaten; mit der grössten Kirche der Region als Temporär-Spital.

….Mit folgenden Worten verabschiedete sich Henri Dunant von einer Welt, von der er sich zurückzog und die er doch selber zu mehr Nächstenliebe antreiben konnte: «Ich wünsche, zu Grabe getragen zu werden wie ein Hund, ohne eine einzige von euren Zeremonien, die ich nicht anerkenne. Ich rechne auf eure Güte zuversichtlich, über meinen letzten irdischen Wunsch zu wachen. Ich zähle auf eure Freundschaft, dass es so geschehe. Ich bin ein Jünger Christi wie im ersten Jahrhundert und sonst nichts.»S

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Was dieser Jünger Christi hinterlässt, ist nicht bloss ein kleines Projekt in einem Dorf, sondern Visionen, Institutionen und Barmherzigkeits-Dienste mit gewaltigem Einfluss. Als Beispiele zählen die Idee einer Weltbibliothek, die etwa 100 Jahre später durch die UNESCO aufgegriffen wurde, die Gründung eines Staates Israel oder sein Einsatz für die Befreiung der Sklaven in Nordamerika sowie für die rechtliche Gleichstellung der Frauen.

Und dies alles von einem Mann, der sich selbst demütig als «Jünger Christi und sonst nichts» bezeichnete.” Jesus.ch

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