Was Jesus zur Ehe sagt


Als Christinnen und Christen gehen wir von den Worten Jesu Christi aus.5 In Markus 10,2-12 sowie Matthäus 19,3-9 äußert sich Jesus ausdrücklich zur Ehe. Er nimmt dabei beide Schöpfungsberichte am Anfang der Bibel auf (1. Mose 2,4b-25, hier besonders Vers 24 und 1. Mose 1,26-28, hier besonders Vers 27), sowie das 6. Gebot (2. Mose 20,14). Wenn man diese drei von Jesus zusammengestellten Texte sowie seine Auslegung betrachtet, erschließen sich umgehend folgende sechs Kennzeichen einer Ehe im christlichen Sinn:
1.) Es handelt sich um eine exklusive Zweierbeziehung
2.) Die Zweierbeziehung ist gegengeschlechtlich, auf Fortpflanzung angelegt
3.) sie hat einen offiziellen Charakter (erkennbar am sichtbaren „Verlassen“ des Elternhauses), soll also keine geheime Verbindung sein
4.) sie ist der legitime Ort sexueller Begegnung
5.) sie wird auf Lebenszeit geschlossen und soll nicht vom Menschen geschieden werden
6.) sie ist geschützt und soll nicht gebrochen werde n (Bezugnahme auf das 6. Gebot).

Ehebruch des Partners ist denn auch der einzige Grund, der die Fortsetzung der Partnerschaft in Frage stellt.
Diese sechs Kennzeichen sind im Gesamten für die Ehe in christlichem Sinn konstitutiv, d.h. man kann keines einfach weglassen – auch nicht das zweite. Insofern macht Jesus auch eine indirekte Aussage über andere Lebensformen sexueller Art. Sie fallen aus diesem Rahmen und sind nicht dasselbe. Seit den Tagen der Urchristenheit bis heute bilden diese sechs Kennzeichen den roten Faden der christlichen Ehe, und zwar in der gesamten weltweiten Kirche aller Konfessionen durch alle Jahrhunderte hindurch – erst die westlich geprägte evangelische Kirche des 21. Jahrhunderts will einen anderen Weg gehen.
Nach den Worten Jesu hat sich Gott der Schöpfer das von Anfang an so gedacht, auch wenn es im Verlauf der Geschichte nicht immer so war. Wenn das Leben der Menschen in diesem wie auch in allen anderen Bereichen hinter den Worten Gottes zurückbleibt (und das geschieht), dann hebt das die Worte selbst nicht auf. Man kann scheitern und der Erneuerung und Vergebung bedürfen, und die schenkt Jesus uns (vgl. Joh 8,1-11), aber dadurch verändert sich nicht, was Jesus gesagt hat. Man kann durch Schicksalsschläge wie den Tod des Partners zur Bildung einer neuen (1. Mose 25,1; 1. Kor 7,39) oder in sehr seltenen Fällen zu einer analogen, abgeleiteten Lebensform kommen.7 Auch die wenigen biblischen Ausnahmen aus der Not heraus ändern nicht die Regel. Die Stellen in den Paulusbriefen müssen vor dem Hintergrund dieser Regel, die Jesus gelehrt hat, gelesen werden. Dr. Gerrit Hohage

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