Weihestunde.

Gehasst von den Religiösen, hingerichtet von den Mächtigen, verraten von Seinem Volk, so sollte Jesus durch den schmählichsten aller Tode vernichtet werden, doch Gottes Plan war längst beschlossen (siehe Jesaja Kapitel 53):

Der Sohn Gottes sollte stellvertretend die Sünden Vieler tragen (auch die meinen und die von allen, die sich IHM anvertrauen) und die Strafe, die wir verdient hatten, auf sich nehmen. 

So bringt Golgatha die große Wende in das Leben von Menschen, die wirklich Hilfe suchen:

1) von Schuld beladen – von Schuld befreit

2) ehemals Feind Gottes – dann ein Kind Gottes

3) ehemals stolz und uneinsichtig – dann ein weiches Herz und belehrbar 

Das Lied zeigt die wunderbaren Veränderungen in unserem Inneren 3), wenn wir auf Jesus blicken, wie ER für uns am Kreuze litt.

Hier mein Beitrag zu Karfreitag: Ein über 100 Jahre altes Gedicht von Gottlob Schrenk das schon lange mein Herz berührt. Vor 40 Jahren fiel es mir in die Hände und die Melodie kam dann wie ein Geschenk vor 20 Jahren dazu.

Weihestunde

Nimm mir den Schleier vom Gesichte,

Leih mir den Blick auf Golgatha,

Nur einen Schein vom Gnadenlichte,

Nur einen Strahl so warm und nah,

O dass dein Bild mir nur Gedanke,

Dein Leben nur ein fernes Glück,

O wie ich an der Seele kranke,

Mein Heiland, hole mich zurück.

Lass nicht des Betens Gnadetrinken

Dem Durstenden verloren gehen,

Lass nicht im Wüstensand versinken

Dein Kind, das Du zuvor ersehn.

Ich schmachte nach den lieben Blicken,

Die sonst so hold auf mir geruht,

Die Zentnerlast vom wunden Rücken,

Nimm sie herab, o sei so gut!

Anstatt des schwanken Auf und nieder

Gib mir des Glaubens Ruhegang,

Nicht ab und zu, nicht hin und wieder,

Sei du mein Meister lebenslang,

Mein Fundament und Wurzelboden,

Mein Quellort und mein tiefster Bronn,

Mein würzig frischer Bergesodem

Und meiner Seele Stern und Sonn.

Ich höre Deiner Füße Wallen

Ich spüre Deines Friedens Hauch,

So lass, mein Gott, Dir jetzt gefallen,

Die Spende und den Opferrauch;

Schon lange hätt ich sollen legen

Den Leib auf Deinen Brandaltar,

Nach öden, weiten Irrewegen

Bring ich mich endlich völlig dar.

Den Leib – es sind hineingepräget

Die eiteln Züge brennend tief,

Es ward entflammet und erreget,

Was drinnen lauerte und schlief,

Des Hochmuts ekle Lastersümpfe,

Die sind mein eignes Hab und Gut,

Treib mich nicht fort in Schmach und Schimpfe,

Ich fliehe zu des Mittlers Blut.

Sonst weiß ich nichts. Es log und irrte

Der Eigenwert und Selbstverlass,

Der Menschenmittel eitle Bürde,

Die schleppte ich im Übermaß;

Nur eines ist, das kann mich heilen,

Der ärgsten Sünder Zuversicht:

Auf Deinem Sterbehügel weilen,

In Deines Kreuzes Angesicht.   

Gedicht: Gottlob Schrenk („Von stiller Ruderbank“, 1903)

Melodie: Nikolaus Obersteiner, 2000

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