Wenn der Holocaust zur Wahltaktik missbraucht wird

Irans Präsident Mahmud Ahmedinejad macht keinen Hehl aus seinen Vernichtungsphantasien, die er gegenüber Israel hegt. Und auch den Holocaust stellt er in Frage.
Der Papst hat einen Holocaust-Leugner rehabilitiert und ist deswegen zurecht ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel hat es sich nicht nehmen lassen, den höchsten deutschen Katholiken persönlich ins Gebet zu nehmen. Deutschland sieht sich wegen seiner Geschichte in der Pflicht, gegen revisionistisches Gedankengut vorzugehen.
Und hier scheinen die Ellen ungleich: Wenn die Kritik am Vatikan der Nennwert ist, erstaunen die leisen Töne, die angeschlagen werden, wenn der Holocaust von islamischer Seite in den Mittelpunkt rückt. Irans Machthaber Mahmud Ahmedinejad leugnet die Judenvernichtung und droht gleichzeitig mit einem neuen Holocaust, indem er säbelrasselnd verkündet, Israel werde nicht nur von der Landkarte, sondern aus den Geschichtsbüchern verschwinden.
Oder da waren im Jahr 2009 ungezählte Demonstranten, die in Deutschland, Frankreich, England, Dänemark und anderen europäischen Staaten Hitler huldigten. Da sind Sprüche zu hören wie «Juden zurück ins Gas» oder «War doch eine gute Idee, mit dem Gas damals» zusammen mit einem markigen «Allahu Akbar». Geschrien von Moslems, im Gleichschritt marschierend mit Linken, die vorgeben, für den Frieden zu sein.
Weder im einen noch im anderen Fall hat die Kanzlerin den Holocaust-Lügnern laut vernehmlich die Stirn geboten. Den Beifall, den die Judenvernichtung im Januar 2009 in verschiedenen deutschen Städten erhielt, verhallte ohne entschlossenen Widerspruch.
Der Verdacht entsteht, dass es nicht um die Sache geht, sondern um Politik. Das Vergehen des Papstes ist vergleichsweise klein. Dennoch wird er deutlicher zur Zielscheibe als die «grösseren Kisten». Denn: eine «gefährliche» Reaktion ist nicht zu befürchten. Seine Anhänger werden keine Deutschland-Flaggen verbrennen, sie werden keine Botschaften stürmen und sie werden nicht beleidigt halbe Innenstädte demolieren.
So wird der Holocaust instrumentalisiert, um politisch Punkte zu machen.jesus.ch

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