Wie christlich ist Russland?

” Etwas mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der Sowjetunion spielt die Religion für die nationale Identität der Russen eine große Rolle. Mit der religiösen Praxis sieht es allerdings anders aus. Dies zeigen Studien des Pew Research Center.71 Prozent der Russen bezeichneten sich laut einer Umfrage aus dem Jahr 2017 als der orthodoxen Kirche zugehörig. 1991, als die Sowjetunion aufgelöst wurde, waren es nur 37 Prozent. 10 Prozent bezeichneten sich als Muslime, 15 Prozent als ohne religiöses Bekenntnis. Alle anderen Religionen hatten einen Anteil von weniger als einem Prozent. 75 Prozent der Russen glaubten laut der Umfrage an Gott, aber nur 17 Prozent beten täglich.” (g/rn)

In der Orthodoxie gibt es keine Sonntagspflicht, wie wir sie kennen, und die bis zu dreistündige Liturgie, die man im Stehen (!) feiert, ist für viele Gläubige schon eine Herausforderung. Stattdessen sind aber auch unter der Woche die Kirchen immer voll mit Betenden, während sie im Westen leer stehen oder nur Touristen anziehen. Und da beten nicht nur die Babuschkas, sondern Männer im Anzug mit Krawatte vor oder nach der Arbeit im Büro. Auch in den Familien wird gebetet, es gibt kaum eine russische Familie, die keine Ikonen im Hause hat und sich regelmäßig im Vorübergehen bekreuzigt. Sprich: Eine andere Form der Frömmigkeit! Dass in Russland jedes Jahr 5700 junge Männer zu Priestern geweiht werden (in D. 30-40), dass die Klöster aus allen Nähten platzen, dass jeden Tag (!) drei neue Kirchen geweiht werden (30.000 seit 1991) spricht wohl eine eindeutige Sprache. Und das kann ich sagen, nachdem ich das Land mehrfach bereist habe.

“Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.” (Mk 7,6)

 „ Dies aber wisse, dass in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden;denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig,lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend,Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. Und von diesen wende dich weg!“ ( 2. Timotheus 3: 1-5).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

* Ich stimme zu

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.