Wie dumm muss man sein, um glauben zu können?

Christen sind Menschen, die man an der Schlafmütze erkennt, die ein Brett vor dem Kopf haben und die an den völlig veralteten, naiven Vorstellungen der Bibel festhalten – das ist zumindest die gängige Meinung vieler Leute.
In diesem Zusammenhang ist es allerdings sehr erstaunlich, dass nach Jahrzehnten atheistisch-materialistischer Dominanz ein neues Zeitalter begonnen hat, in dem Religion, Okkultismus und Esoterik immer mehr
begeisterte Anhänger finden. Gebildete Menschen sind plötzlich bereit, ihr rationales Denken aufzugeben, den Verstand abzuschalten und sich Vorstellungen und Praktiken zu öffnen, die man noch vor wenigen Jahren dem finstersten Mittelalter zugeordnet hätte. Die Vorstellung, dass wir als Menschen Produkte des Zufalls sind und mit dem Tod alles aus ist, hat offensichtlich viele Fragen unbeantwortet gelassen und so öffnet man sich immer mehr spirituellen Einflüssen, Bewegungen und Gefühlen. Nun sollte man meinen, dass in einer solch religiösen, spirituell aufgeschlossenen Zeit der Glaube an Jesus Christus einen mächtigen Aufschwung erleben würde. Aber das ist offensichtlich nicht der Fall. Auch wenn die Bibel weltweit das am meisten verbreitete Buch ist, wird sie doch nur von relativ wenigen gelesen und ernst genommen.

Obwohl sich prozentual die meisten religiösen Menschen zum Christentum bekennen, so ist die Zahl derer, die Christus wirklich vertrauen und ihr Leben entsprechend ausrichten, nicht besonders groß.
Woran liegt das?
Im Gegensatz zu allen anderen Religionen schmeichelt die Bibel der Eitelkeit des Menschen nicht, sondern »bürstet uns gegen den Strich«. Da ist nicht die Rede von einem »guten Kern« im Menschen, der entwickelt werden müsste, oder von einem »göttlichen Licht«, das durch besondere Übungen oder Meditationsformen zur Entfaltung kommen kann.
Gottes Urteil über jeden Menschen ist eindeutig und vernichtend: er befindet sich in einer absoluten und hoffnungslosen Boshaftigkeit, Verdorbenheit und Verlorenheit. Auch die Maske der Mitmenschlichkeit
und Humanität verdeckt nur die Fratze eines stolzen, egoistischen und gottlosen Menschen, der nicht im Traum daran denkt, das erste und größte Gebot Gottes zu erfüllen: Gott zu lieben aus ganzem Herzen, mit ganzem Verstand, aus ganzer Seele und aus ganzer Kraft.
Der bekannte dänische Dichter und Philosoph Søren Kierkegaard hat das einmal sehr drastisch und deutlich auf den Punkt gebracht:
»Es gibt etwas, wovon du nicht weißt, sondern was du dir sagen lassen musst, und was du glauben sollst: Du bist in Sünde empfangen, in Übertretung geboren; du bist von Geburt an ein Sünder, in der Gewalt des Teufels; falls du in diesem Zustande bleibst, ist dir die Hölle sicher. Da hat Gott in unendlicher Liebe eine Veranstaltung zu deiner Erlösung getroffen, hat seinen Sohn geboren werden, leiden und sterben lassen. Glaubst du das, dann wirst du ewig selig. Dies wird dir verkündigt, diese frohe Botschaft!«
Diese »frohe Botschaft« ist also zunächst einmal ein schockierendes, vernichtendes Urteil über die Qualität unserer Moral, welches wir zu schlucken haben.
Und dann zeigt uns die Bibel, wer Gott ist und was Gott getan hat, um uns begnadigen und erlösen zu können. Und wer sich das von Gott sagen lässt und ihm glaubt, der wird eine erstaunliche Veränderung in seinem Denken und Leben feststellen. Ein klassisches Beispiel für diesen Tatbestand ist ein berühmter Weltherrscher aus dem 6. Jahrhundert vor Christus. Seine Residenz war die gewaltige Stadt Babel mit den »Hängenden Gärten« und der berühmten »Medischen Mauer«, welche diese Stadt so gut wie
uneinnehmbar machte. Sein Name: Nebukadnezar. Vielleicht dem einen oder anderen Leser unter dem Namen »Nabucco« aus Verdis gleichnamiger Oper bekannt.
Dieser mächtige König sah eines Tages voller Stolz von seinem Palast aus auf seine genialen und großartigen Bauwerke und rief begeistert und berauscht von der eigenen Größe aus:
»Ist das nicht das große Babel, das ich durch die Stärke meiner Macht und zur Ehre meiner Herrlichkeit zum königlichen Wohnsitz erbaut habe?«
Er hatte diesen Satz kaum zu Ende gebracht, als er plötzlich wahnsinnig wurde. Als Folge davon wurde er von den Menschen ausgestoßen und lebte wie ein Tier.
Sieben Jahre lang hielt dieser Zustand geistiger Verwirrung an, bis nach Nebukadnezars eigenen Worten folgendes geschah:
»Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurück. Und ich pries den Höchsten, und ich rühmte und verherrlichte den ewig Lebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen Reich von
Geschlecht zu Geschlecht währt.«
In dem Moment, wo dieser ehemals mächtige, aber wahnsinnige Weltbeherrscher – der wie ein Tier lebte – seine Augen zum Himmel erhob und sich dessen bewußt wurde, dass er Geschöpf eines Schöpfers war,
gab er in einer demütigen Haltung Gott die Ehre und begann wieder vernünftig zu denken.
Diese erstaunliche Geschichte macht deutlich:
Immer dann, wenn der Mensch sich selbst zum Maß aller Dinge macht und seinen Schöpfer ignoriert, verliert er über kurz oder lang den Verstand, degradiert zum Tier und ist in der Lage, die unglaublichsten Theorien für Wahrheit zu halten. Und wo ein Mensch – egal, in welch hoffnungsloser Situation er sich auch befindet – seinen Blick zu Gott erhebt und sich selbst als ein von Gott abhängiges Geschöpf erkennt, bekommt er einen klaren Kopf und wird vernünftig in seinem Denken und Leben.
C.H. Spurgeon, einer der bekanntesten Prediger des 19.Jahrhunderts, hat den biblischen Glauben einmal treffend definiert:
»Glaube an Gott ist geheiligter Menschenverstand
… Glauben heißt: Gott zum größten Faktor in unseren Überlegungen zu machen und dann nach der gesündesten Logik zu handeln.«
Ist es nicht vernünftiger zu glauben, dass unsere komplizierte und wunderbar geordnete Schöpfung sowohl als Mikrokosmos wie auch als Makrokosmos von einem genialen, unbegreiflichen Schöpfer entworfen und geschaffen wurde – als an die »Götter« Evolution, Zufall, oder wie sie sonst noch heißen mögen, zu glauben?
Ist es nicht vernünftig, dann auch den logischen Schluß zu ziehen: Wenn es einen Schöpfer gibt, dann sind menschliche Gottesvorstellungen unsinnig, dann können wir Gott niemals begreifen, sondern sind darauf angewiesen, dass Gott sich auf unser Niveau begibt, um sich uns zu offenbaren.
Und Gott hat sich offenbart – in Jesus Christus, seinem Sohn, hat er seine Liebe, Heiligkeit und Gerechtigkeit unübersehbar gezeigt – das wird an keiner Stelle deutlicher als zu dem Zeitpunkt, wo die Menschen das Todesurteil über den Sohn Gottes ausgesprochen haben. Wo man ihn hasserfüllt an das Kreuz auf Golgatha schlug, wo aber auch Gott das Todesurteil über seinen Sohn aussprach und vollzog, weil Jesus Christus an diesem Kreuz nicht nur den Haß der Menschen erlitt, sondern aus Liebe zu uns den gerechten Zorn Gottes über unsere Gottlosigkeit und Sünde auf
sich genommen und dort stellvertretend unsere Schuld bezahlt hat.
In der Bibel finden wir Gottes Antworten auf unsere Fragen nach dem Warum, Woher und Wohin. Dort lernen wir, dass unser kurzes Leben auf der Erde nicht mit dem Tod endet, sondern seine ewige Fortsetzung in der
Herrlichkeit der Gegenwart Gottes, oder aber in der ewigen Verdammnis findet. Entscheidend dafür ist, ob wir in unserem Leben Jesus Christus als unseren Herrn und Erlöser annehmen und unser Leben unter seine
Führung stellen – oder nicht.
Es wird Zeit, über Tod und Leben, Vergänglichkeit und Ewigkeit, vor allem aber über Gott selbst nachzudenken und die Bibel, sein »Testament«, das Vermächtnis des Schöpfers an uns Menschen, zu lesen. Gott hat versprochen, sich von jedem finden und erkennen zu lassen, der ihn aufrichtig sucht – und dann wird der »Tanz am Abgrund« zu einem sicheren Weg, der bei Gott selbst endet. https://clv.de/clv-server.de/wwwroot/pdf/255470.pdf

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