Astrologen, Hellseher und Wahrsager lagen 2021 – wie auch in früheren Jahren – mit ihren Prognosen fast gänzlich daneben. Das ergab eine Auswertung esoterischer Vorhersagen durch die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP)/Roßdorf bei Darmstadt).
So hätten sich Ankündigungen, dass ein neues Virus aus Russland weltweit die Gehirne von Menschen infiziere und diese in Zombies verwandele und ein Asteorid auf der Erde einschlage, „erwartungsgemäß“ als „absoluter Humbug“ erwiesen. Ein häufiges Thema in den Vorhersagen der Augurenzunft war die Corona-Krise. „Hier hielten sich optimistische Prognosen eines baldigen Endes der Pandemie und Warnungen vor weiteren, schlimmeren Auswirkungen in etwa die Waage“, berichtete der Mathematiker Michael Kunkel. Er wertet seit 20 Jahren die Weissagungen aus.
So hätten die Astrologin Christine Dittrich-Elm und ihr Kollege Roland Jakubowitz das Ende der Pandemie im Frühjahr gesehen. Dagegen habe die US-Wahrsagerin Judy Hevenly noch Auswirkungen bis in die folgenden Jahre vorausgesagt. Die „absoluten Wahrversager“ waren laut der Mitteilung Auguren aus der sogenannten Querdenker-Szene. So hätten sie die mehrfache Abschaltung des Internets, eine Sperre der Stromversorgung in Deutschland und den Tod aller Geimpften im September prophezeit.
Einige Astrologen blickten im Vorfeld der Bundestagswahl im Herbst 2021 in die Sterne und waren wenig erfolgreich. So prognostizierte Malkiel Dietrich 25 Prozent der Stimmen für die AfD. Sie erreichte 10,3 Prozent. Für Taufiq Mempel war der gescheiterte CDU/CSU-Kanzlerkandidat Armin Laschet „bis 2024 der Mann für diese Zeit“. Zu einem möglichen Wahlergebnis äußerte sich Mempel jedoch nicht. Kunkel hält das für eine kluge Strategie: „Mit genauen Prognosen kann man falschliegen, solange man sich nur rein astrologisch äußert, kann man sich zumindest nicht blamieren.“
Die Kartenlegerin Silvie Kollin hatte im Januar den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) als Nachfolger von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vorhergesagt. Idea.de
Gottesfürchtige Menschen sind davor sicher, denn die Bibel warnt davor:
Ihr sollt euch nicht wenden zu den Wahrsagern, und forscht nicht von den Zeichendeutern, dass ihr nicht an ihnen verunreinigt werdet; denn ich bin der HERR, euer Gott

Die Illusion war im Übrigen so mächtig, das Publikum so angetan, dass die Darsteller der show, die doch noch nie einen Fuß in den Westen gesetzt und bisher nur mit Platzpatronen geschossen hatten, an die Lügengeschichten, diese erzählten, an die Abenteuer, die sie nachstellten, irgendwann selbst glaubten. So soll Buffalo Bill, nachdem er Dutzende und Aberdutzende Male die Schlacht von Little Bighorn nachgespielt hatte, am Ende seines Lebens geglaubt haben, wirklich dabei gewesen zu sein. Man war sogar soweit gegangen, den Schluss des Schauspiels abzuändern, weil das Publikum lieber ein happy end sehen wollte. Und nachdem er jahrelang erfolgreich diese überarbeitete Fassung der großen Geschichte da geboten hatte, war Buffalo Bill der festen Überzeugung, Castor gerettet zu haben!
[Éric Vuillard. Traurigkeit der Erde]