Wie wird man süchtig und wie wird man wieder frei von der Sucht?

Wie kann Suchtverhalten entstehen?
1. So gut wie alle Ursachen für spätere schwere Süchte beginnen in der Kindheit. Süchtig werden emotional vernachlässigte, missbrauchte Kinder einerseits und verwöhnte Kinder andererseits. Verwöhnung erspart dem Kind Schmerz, Auseinandersetzung mit negativen Gefühlen, Stressbewältigung. Dadurch lernt ein Mensch nicht, mit Härten im Leben umzugehen. Die Flucht in den Rausch ist die Weiterführung dessen, was das Kind schon in der Kindheit erlebt hat: Unangenehmes wird ihm vorenthalten, Genuss ist die Lösung, Stress muss unbedingt vermieden werden.
2. Ein Süchtiger kennt nur zwei Gefühle: Himmel und Hölle. High oder in Schmerzen. Das Leben ohne Droge bedeutet das Erlernen des Umgangs mit der ganzen Gefühlspalette. Emotionale Gesundheit bedeutet nicht, negative Gefühle wie Wut, Angst, Trauer und Einsamkeit nie zu haben, sondern damit umgehen zu lernen. Dies scheint mir auch für Christen eine wichtige Lektion: nicht das Wegschieben und Verdrängen von Gefühlen ist das Ziel. Doch auch nicht, die Gefühle über alles herrschen zu lassen. Sondern ein echtes Wahrnehmen dessen, was da gerade in mir passiert und die Verantwortungsübernahme, jetzt damit auf gute Weise umzugehen.
3. Die Verletzten, Missbrauchten und Vernachlässigten sind viel leichter zu therapieren als die Verwöhnten. Das hat mich besonders betroffen gemacht. Die Verwöhnten koksen, kiffen oder saufen, weil sie “ein Recht darauf haben”, das Leben schön zu haben. Vielen von ihnen fällt es extrem schwer überhaupt zu erkennen, dass sie ihr Leben und das Leben anderer schon weitgehend zerstört haben. Zumal ihnen Empathie für andere ohnehin oft fehlt. Übernahme von Verantwortung und Eingeständnis der Schuld fällt ihnen viel schwerer als das tränenreiche Selbstmitleid ob ihrer verkannten Größe.
4. Immer mehr junge Menschen landen in psychiatrischen Einrichtungen auf Grund des Konsums von Cannabis. Die Menge an THC, die durch heutige Produkte konsumiert werden kann, ist um ein vielfaches höher als noch vor einigen Jahren. Kiffer bekommen öfter Angstneurosen und andere Wahrnehmungsstörungen. Die Rede von der harmlosen Droge ist irreführend. Es gibt unzählige junge Menschen in unserem Land, deren Leben durch Joints und die Bong ebenso effektiv zerstört wurde wie es durch eine andere Droge möglich gewesen wäre.
5. Der größte Schmerz für einen Süchtigen ist es, dass er jetzt mit seinem mittelmäßigen Leben leben muss. Das Wichtigste und Beste, was ihm passieren kann, ist eine Begegnung mit Jesus. Seine Liebe ist besser als das Leben. Doch ohne eine solche Begegnung ist die Versuchung sehr groß, in diesem Leben nichts als Ödnis zu finden. Es gibt ihn tatsächlich, diesen Ort der Freude, der Sicherheit und des Friedens. Es ist die Gegenwart Gottes. Jeder Drogenrausch ist nur Kopie und billiger Ersatz für das Echte. Das Wichtigste ist es, dass sie Jesus finden können… Gebet ist auch hier nicht alles, aber ohne Gebet ist alles nichts. J.H.
Beten wir für die Süchtigen, dass Jesus sie völlig frei macht. “So euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr recht frei.”
Johannes 8,36

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