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Ein weiteres Darwinismus-Dogma fällt – Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 10. November 2002, Nr. 45, Seite 61, Wissenschaft
Darwin hätte jetzt echt Spaß
Wann darf ein Gen aktiv sein, wann muß es stumm bleiben? Manchmal entscheidet Opas Lebensstil darüber.
VON VOLKER STOLLORZ
Streckt eine Giraffe ihren Hals ein Leben lang nach Blättern, vererbt sie ihren Nachkommen längere Hälse. Im Leben erworbene Eigenschaften, so der Gedanke des Evolutionsforschers Jean Baptiste Lamarck irn 18. Jahrhundert, werden an die Nachkommen vererbt. Blödsinn, sagen heutige Biologen und berufen sich auf die moderne Evolutionstheorie. Danach variiert die Länge der Hälse von Giraffen in einer Herde genetisch rein zufällig. Wenn nun Blätter an Bäumen wegen des Kahlfraßes zu vieler Giraffen immer höher hängen, überleben nur die Tiere mit den längeren Hälsen – kurzhalsige Giraffen sterben langfristig aus.
Was für die Evolution der Giraffen zutrifft, scheint für alle Eigenschaften zu gelten. Nur wenn Gene in Keimzellen – also Spermien und Eizellen – zufällig mutieren, kann Neues entstehen. Ein weißhäutiger Mensch mag sich auf der Sonnenbank bräunen, wie er will, seine Kinder bleiben weißhäutig. Und ein Mensch, der viel ißt, bekommt allein deswegen keine dicken Kinder. Oder etwa doch?
Der schwedische Sozialmediziner Lars Olov Bygren und sein Team glauben, beim Menschen jetzt ein erstes kurioses Beispiel für die Vererbung erworbener Eigenschaften aufgespürt zu haben. In einem nordschwedischen Dorf fanden die Forscher unerklärliche Zusammenhänge zwischen Ernährung, Krankheit und Lebensdauer. Schon lange ist bekannt, daß die Ernährung in der Kindheit oder während der Schwangerschaft Auswirkungen auf die Gesundheit der Nachkommen hat. “Wir wollten wissen, ob ein solcher Umwelteinfluß auch die Keimbahn betreffen kann”, erklärt Bygren das Studienmotiv. Seine Kollegen sammelten dazu die Gesundheitsdaten von 300 Schweden, die 1890, 1905 und 1920 geboren wurden und bis 1995 gestorben waren. Minutiöse Eintragungen in königliche Erntebücher einer abgelegenen Region Nordschwedens gaben Auskunft darüber, wie gut deren Eltern und Großeltern als Mädchen und Jungen ernährt gewesen sein dürften. Das paradoxe Resultat: Die Enkel solcher Großväter, die in ihrer eigenen Jugendzeit reichlich zu knabbern hatten, lebten kürzer als jene, deren Ahnen Mißernten und Nahrungsmittelknappheit erleiden mußten. Der Hunger der Opas schützte die Enkel sogar vor Herzinfarkt. Was die Großmütter zu essen hatten, spielte hingegen keine Rolle.
Wie, so rätseln die Gelehrten, kann es sein, daß ein vor der Pubertät gut genährter Mann zwar normale Söhne zeugen kann, deren Söhne und Töchter dann aber ein viermal höheres Risiko tragen, an der Zuckerkrankheit zu sterben? Erinnert sich das Erbgut der Enkelgeneration irgendwie daran, wieviel der Großvater zu beißen vorfand? Genau das hält Bygren für die einzig plausible Erklärung: “Wir fanden eine Generationen übergreifende Prägung von Ernährungsgewohnheiten auf das Erbgut, welche sich nur in der männlichen Keimbahn auswirkt.”
Dieser erstaunliche Zusammenhang steht zwar nicht in Widerspruch zu Darwins Evolutionslehre und stützt auch nicht Lamarcks generelle Theorie der Höherentwicklung durch erworbene Eigenschaften, wie einige Journalisten voreilig fabulierten. Aber “womöglich verletzt unser Befund die Mendelschen Erbgesetze”, sagt Lars Olov Bygren. Sollte die im European Journal of Human Genetics (Vol. 10, pp. 682) erschienene Veröffentlichung den Test einer Überprüfung an ähnlichen Beispielen bestehen, stellen sich aufregende Fragen: Welcher Mechanismus könnte eine ernährungsabhängige Prägung des Erbguts über zwei Generationen erklären?
Weiterer Link: www.geo.de/GEO/mensch/med…;pageview=&pageview=

Natürlich läuft das Prinzip des Dogma dem Gedanken der Wissenschaft zuwider. Ich habe allerdings sehr wenige Menschen getroffen, die bzgl. dieses Themas rein wissenschaftlich denken. Du gibst selber letztlich zu, dass diese Dogmen existieren. Und wenn ein Dogma fällt heißt es nicht, dass es widerlegt ist, sondern dass es in Frage gestellt werden kann.
Ich kann es auch nicht anders als reißerisch bezeichnen, wenn bestimmte Medien immer wieder den Glauben an einen Schöpfer für tot erklären, wenn ein “Evolutionsbiologe” seine neuesten Forschungsergebnisse veröffentlicht – diese Diskussion wird öffentlich nicht wissenschaftlich geführt, ich glaube das kann sie auch nicht, denn hier stehen Weltbilder auf dem Spiel. Ich glaube es gibt nur wenige Menschen auf der Welt, die ein so umfassendes Wissen haben, dass sie sich in ihrem Urteilen ganz frei von dogmatischen Einflüssen wähnen können. Da ist es gut wenn Dogmen, die einfach nun mal real in den Köpfen sind, durch eine ausgewogene Sicht auf die Faktenlage ersetzt werden. Da sollten wir doch alle ein Interesse daran haben oder?
Das ist ein wirklich faszinierendes Kuriosum. Scheinbar hat man hier ein starkes Indiz auf einen noch unbekannten Mechanismus entdeckt, der Einfluss auf die DNS nimmt.
Aber wo fällt nun ein “Darwinismus-Dogma”? Erstens gibt es beim “Darwinismus” keine Dogmen, höchstens in den Köpfen mancher übereifriger, wenig wissenschaftlich denkender “Darwinisten”. Zweitens heißt es doch ziemlich deutlich, dass es in keinem Widerspruch zu Darwins Evolutionstheorie steht.
Wenn ihr blinden “Wissenschaftsglauben”, der ja ziemlich unwissenschaftlich und irrational ist, anprangern und selbstständiges Hinterfragen anregen wollt, ist das wirklich super, aber ohne reißerische und vor allem irreführende (a.k.a. “lügen”, “falsches Zeugnis geben”) Headlines wär’s noch besser.
dass die Bewusstseinsprägung durch Wissenschaft hinterfragt werden darf! Wenig ist so unumstritten wie die Evolutionstheorie in unserer Gesellschaft, doch bewiesen ist sie noch lange nicht. Hier allerdings wieder der Hinweis: Es geht bei der säkularen Vergötterung von Wissenschaft und Evolution nicht um Faktentreue, sondern um eine Weltanschauung!
und was bedeutet das jetzt?