Wir lügen uns durchs Leben. Wir haben schreckliche Vorbilder.

Ein paar berühmte Lügen der Geschichte: “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!” Diesen Satz sagt DDR-Staats- und Parteichef Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 in einer Pressekonferenz. Zwei Monate später ist die Berliner Mauer gebaut. Bill Clinton: “Ich werde es noch einmal sagen: Ich hatte keine sexuellen Beziehungen zu dieser Frau, Miss Lewinsky.” Der Fall Uwe Barschel, der der Nation sein Ehrenwort gegeben hat. Diego Maradona, der bei der WM 1986 ein wichtiges Tor mit der Hand erzielte und dies leugnete: “Es war der Kopf Maradonas, und die Hand Gottes.” Lance Armstrong, der irgendwann zugeben musste, dass all seine Tour-de-France-Siege eine einzige große Lüge waren, da er dabei immer gedopt war! Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen.
“Das Wesen der Lüge steckt viel tiefer als in dem Widerspruch
zwischen Denken und Sagen. Man könnte sagen,
der Mensch, der hinter dem Wort steht macht dieses zur Lüge
oder zur Wahrheit. Aber auch dies genügt nicht; denn Lüge ist
etwas Objektives und muß dementsprechend bestimmt werden.
Jesus bezeichnet den Satan als den »Vater der Lüge« (Johannes 8, 44).
Lüge ist zuerst die Leugnung Gottes, wie er sich der Welt bezeugt
hat. »Wer ist ein Lügner, wenn nicht der, der leugnet, das
Jesus der Christus ist?« (1 Johannes 2, 22) Lüge ist Widerspruch
gegen das Wort Gottes, wie er es in Christus gesprochen hat,
und in dem die Schöpfung beruht. Lüge ist demzufolge die Verneinung,
Leugnung und wissentliche und willentliche Zerstörung
der Wirklichkeit wie sie von Gott geschaffen ist und in
Gott besteht, und zwar soweit dies durch Worte und durch
Schweigen geschieht. Unser Wort hat die Bestimmung, in der
Einheit mit Gottes Wort das Wirkliche, wie es in Gott ist, auszusagen,
und unser Schweigen soll das Zeichen sein für die
Grenze, die dem Wort durch das Wirkliche, wie es in Gott ist,
gezogen ist.” Dietrich Bonhoeffer
