Als die Missionare merkten, dass die Zeit reif war, gelang es ihnen, die Tür zu öffnen, die geschlossen und blockiert war. Sie schlichen leise zu dem Weg, dem sie beschlossen hatten, zu folgen und verließen schnellstens den Ort ihrer Geiselhaft, trotz des Fakts, dass zahlreiche Wachen in der Nähe waren“, erzählte Showalter. Anschließend hätten sie sich durch Dickicht und Bandengebiet geschlagen.
Die Flüchtenden hätten sich an den Sternen orientiert und nach einem Fußmarsch von etwa 16 Kilometern an die Tür eines Hauses nahe einer Straße geklopft. Ihnen öffneten nach Angaben von CAM zwei Christen, die gerade Trompete für den Sonntagsgottesdienst übten. Einer der beiden habe den Missionaren sein Handy geliehen und so konnte CAM kontaktiert werden.
Die haitianische Bande namens Mawozo 400 entführte die Missionarsfamilien, nachdem diese ein Waisenhaus in Ganthier (Haiti) besucht hatten. Eine Straßensperre habe die Missionare auf ihrer Rückfahrt gestoppt, berichtete Showalter auf der Pressekonferenz. Als der Fahrer umgedreht habe, habe ein Pickup-Truck den Van verfolgt und anschließend hätten Bandenmitglieder den Wagen umstellt.
Während der Geiselhaft seien die Missionare mehrmals in andere Häuser gebracht worden. Die Kriminellen hätten keine Gewalt angewendet. Die größten körperlichen Probleme für die Missionare waren laut CAM die Hitze, Moskitos und verunreinigtes Badewasser, welches zu Ausschlägen führte. Hin und wieder seien einige der kleinen Kinder erkrankt. Jedoch seien alle Geiseln nach ihrer Flucht relativ gesund gewesen, so Showalter.
Die Erwachsenen hätten von den Bandenmitgliedern kleine Essensrationen erhalten, die aus Reis und Bohnen bestanden. Die kleinen Kinder hätten reichlich Babynahrung zu essen bekommen, teilte Showalter auf der Pressekonferenz mit. Mehrmals am Tag seien die Missionarsfamilien zusammengekommen, um zu singen und zu beten. Später hätten sie abwechselnd rund um die Uhr gebetet. Außerdem hätten sie das Evangelium mit den Kriminellen geteilt. (Jesus.de berichtete)
