Zugvögel – Wunder in der Luft

Der Vogelzug bietet all denen, die ein Auge dafür haben, ein faszinierendes Naturschauspiel.Etwa die Hälfte aller Vogelarten zählt zu den Zugvögeln.Mehr als 50 Millionen Zugvögel verlassen im Herbst ihre Brutgebiete bei uns, um eine Reise in wärmere Gefilde anzutreten.Der Vogelzug ist von schwindelerregender Erstaunlichkeit.Ein Wunder Gottes. Die
Vögel kennen Ziel und Kurs haargenau. Sie wissen bis ins Detail,
wo sie nisten, wo sie Futter finden und wo sie den Winter verbringen.
Eine Art des Strandläufers reist beinahe 16 000 Kilometer
ins Winterquartier.
Die arktische Seeschwalbe unternimmt jährlich zwei Reisen
von fast 18 000 Kilometern von einem Polargebiet zum anderen,
und das ohne Kompaß und Landkarte.
Zugvögel haben ein eingebautes Navigationssystem. Da sich
eine Kursabweichung fatal für sie auswirken würde, müssen sie
die Ablenkung durch den Wind ständig korrigieren. Die Menschen
haben sie verschiedentlich durch raffinierte Versuchsanordnungen
zu irritieren versucht; alle Versuche schlugen jedoch fehl.
Die Klappergrasmücke
Das Klappern ist sicher nicht das Wichtigste an diesem kleinen
gefiederten Freund, doch der Wanderinstinkt der Klappergrasmücke
ist frappierend. Nachdem sie in Deutschland den Sommer
verbracht hat, zieht es sie in wärmere Gegenden, wobei sie
ihre elterlichen Pflichten sträflich zu vernachlässigen scheint,
denn sie läßt ihre Jungen allein zurück.
Erst Wochen später machen sich die jungen Grasmücken
auf den Weg, um über Tausende von Kilometern durch unbekannte
Gebiete und ohne fremde Hilfen wieder mit ihren Eltern
zusammenzutreffen. Offensichtlich verfügen sie über ein eingebautes
Navigationssystem, das geographische Länge und
Breite sowie den Sternenhimmel in seine Berechnungen einbezieht.
Mit unübertrefflicher Präzision treffen sie zur rechten
Zeit am rechten Ort ein.
Die Möwen
Wenn wir über die Wunder des Universums nachdenken, kommen
uns so alltägliche Kreaturen wie Möwen recht uninteressant
vor – gehören sie doch zu den Müllmännern Gottes, die
sich überall herumtreiben, wo es Wasser gibt, und oft auch
dort, wo keines ist. Wer schon einmal über den Ozean gefahren
ist, hat gesehen, wie die Möwen das Schiff verfolgen, um irgend
etwas Eßbares zu ergattern. Da fliegen sie dann – mitten auf
dem Ozean und fernab von Land und Süßwasser.
Das wirft die interessante Frage auf: Was trinken die
Möwen, wenn sie Tausende von Kilometern vom Land entfernt
sind? Die Vermutung, daß sie Meerwasser trinken, können wir
getrost verwerfen. Tränken sie Salzwasser, so hätten sie nur
eine kurze Lebenserwartung. Aber Wasser brauchen sie.
Die Antwort ist höchst erstaunlich. Sie trinken tatsächlich
Salzwasser, denn es bleibt ihnen keine Alternative. Das Salzwasser
passiert eine Filtermembran, die sich als äußerst effektive
Entsalzungsmaschine erweist. Das Salz wird als Tränentropfen
aus den Möwenaugen ausgeschieden. Und das übrige, jetzt
salzfreie Wasser kann in den Stoffwechselkreislauf einbezogen
werden.
So einfach ist das; doch Menschen können Vergleichbares
nur unter enormem Kostenaufwand fertigbringen.clv.de

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