Wie gehe ich mit Trauer um?

Kurz gesagt: Trauer ist kein Zeichen von schwachem Glauben. Jesus selbst weinte am Grab seines Freundes Lazarus. Wir dürfen Gott unser Herz ausschütten und ihn auch fragen: Warum? Gott tröstet in der Not oft tief im Inneren, und er gebraucht dazu auch andere Menschen. Christen trauern mit Hoffnung, denn für die Gläubigen kommt eine Zukunft, in der Gott alle Tränen abwischt.

Darf ich als Christ trauern?

Ja. Ein Video auf crosspaint.tv, „Diese Geschichte hat mich zum Weinen gebracht“ erinnert daran, dass Jesus am Grab des Lazarus weinte und ihn zugleich aus dem Tod zurückrief. Gott ist allmächtig und fühlt trotzdem mit uns mit. Jesus sagt in der Bergpredigt: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden“ (Matthäus 5,4). Roger Liebi beschreibt dazu eine Erfahrung, die Gläubige in großer Not machen: Äußerlich ist einem nicht zum Jubeln, aber tief innen spürt man, dass man im Herrn getröstet und gehalten ist. Diesen Trost kann nur der Herr schenken (Roger Liebi, „Prediger Teil 13: Tod und Trauer“).

Darf ich Gott fragen, warum?

Ja. In Psalm 42 fragt der Beter: Warum hast du mich vergessen? Liebi betont: Wir dürfen „warum“ fragen, sollen Gott aber nicht vorwerfen, er sei ungerecht (Roger Liebi, „Nach der Finsternis das Licht, Teil 1“). Ähnlich sagt crosspaint.tv: Wir dürfen unser Herz vor Gott ausschütten und wie Mose oder Gideon mit ihm ringen, solange die Haltung demütig bleibt (crosspaint.tv, „Was passiert, wenn ich SO mit GOTT rede?“). Auch der Artikel „Warum lässt Gott Leid zu?“ beginnt mit dem Schmerz am Grab eines geliebten Menschen und hält fest: Diese Frage dürfen wir stellen. Wer Gottes Antwort hören will, setzt ihn aber nicht auf die Anklagebank.

Was hilft in der Trauer?

  1. Beten. Nach Jakobus 5,13 soll beten, wer leidet. Liebi weist darauf hin, dass dort nicht steht, der Traurige solle singen. Wer ganz unten ist, kann oft nicht singen, und Gott verlangt das auch nicht (Quelle).
  2. Mit sich selbst reden. Der Beter in Psalm 42 spricht seiner eigenen Seele zu: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott.“ Wenn niemand da ist, der uns ermutigt, dürfen wir uns selbst an Gottes Zusagen erinnern (Liebi).
  3. Mitgefühl annehmen. Die Freunde Hiobs kamen, um ihn zu trösten (Hiob 2). Das hebräische Wort für ihr Beileid bedeutet nach Liebi „den Kopf schütteln“. Schon das Mitgefühl anderer, die auch nicht verstehen, warum es geschehen musste, ist ein Trost. Was wir jetzt nicht verstehen, werden wir später verstehen (Johannes 13; Quelle).
  4. Sich Gott anvertrauen. Hiob verlor alles und betete an: „Der HERR hat’s gegeben, der HERR hat’s genommen; der Name des HERRN sei gelobt!“ (Hiob 1,21). Liebi verbindet das mit 1. Petrus 5,6–7: sich unter Gottes mächtige Hand beugen und alle Sorge auf ihn werfen.

Welche Hoffnung haben Christen?

Ein crosspaint-Gespräch erklärt anhand vieler Bibelstellen, was nach dem Tod geschieht: den Zwischenzustand im Paradies, die leibliche Auferstehung bei der Wiederkunft Christi und die Hoffnung, für immer beim Herrn zu sein (crosspaint.tv, „Was passiert 5 Sekunden nach dem Tod?“). Am Ende steht Gottes Zusage: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein“ (Offenbarung 21,4; crosspaint.tv).

Häufige Anschlussfragen

Wie kann ich andere in ihrer Trauer trösten?

Nach 2. Korinther 1 tröstet Gott uns, damit wir andere mit demselben Trost trösten können. Wer selbst erlebt hat, wie Gott ihn in großer Not gehalten hat, kann das glaubwürdig weitergeben (Roger Liebi). Oft hilft schon das stille Mitgefühl wie bei Hiobs Freunden.

Kann Trauer auch etwas Gutes bewirken?

Prediger 7,2 sagt, es sei besser, ins Haus der Trauer zu gehen als ins Haus des Festmahls. Gemeint ist nach Liebi nicht, dass man immer traurig sein soll. Am Grab denkt man aber an das, was wirklich zählt, und lernt, die eigenen Tage zu zählen (Psalm 90). Und das Andenken an Gläubige, die heimgegangen sind, wird zum Segen, wenn man ihren Glauben nachahmt (Hebräer 13,7; Quelle).

Zum Weiterlesen und Anhören

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