Wie steht die Bibel zur Abtreibung?

Kurz gesagt: Das Wort „Abtreibung“ kommt in der Bibel nicht vor. Sie beantwortet aber die entscheidende Frage: Ist das ungeborene Kind ein Mensch? Nach Stellen wie Psalm 139, Jeremia 1 und Lukas 1 lautet die Antwort Ja, und zwar von der Empfängnis an. Darum ist es Unrecht, ungeborenes Leben absichtlich zu beenden. Zugleich steht Gottes Herz jedem offen, der bereut, und Schwangere in Not brauchen konkrete Hilfe.

Kommt Abtreibung in der Bibel vor?

Wer in einer Konkordanz nachschlägt, findet das Wort nicht. Die Schrift behandelt aber die wichtigste Frage beim Thema Abtreibung: ob das ungeborene Kind ein menschliches Wesen ist. So beschreibt es der Artikel „Abtreibung ist entsetzlich“.

Warum ist das ungeborene Kind ein Mensch?

Der Artikel „Abtreibung ist entsetzlich“ nennt mehrere biblische Hinweise:

  1. Psalm 51,7: David bekennt: „meine Mutter hat mich in Sünden empfangen.“ Schon bei der Empfängnis hat der Mensch eine sündige Natur, und die Bibel spricht sie keinem „Stück Gewebe“ zu, sondern nur dem Menschen.
  2. Psalm 139,13–16 und Jeremia 1,4–5: David und Jeremia sprechen von sich als Person schon vor ihrer Geburt.
  3. Lukas 1,44: Elisabeth sagt über den ungeborenen Johannes: „hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe.“ Freude ist eine menschliche Regung.
  4. Matthäus 1,20: Die Menschwerdung Jesu geschah bei der Empfängnis, denn der Engel spricht von dem, was in Maria bereits gezeugt ist.

Das Fazit des Artikels: Ungeborene sind Menschen vom Zeitpunkt der Empfängnis an. Kein Gerichtsurteil ändert daran etwas (Quelle).

Und was ist mit 2. Mose 21,22–25?

Manche führen diese Stelle als biblische Grundlage für Abtreibung an. Der Artikel widerspricht: Ob dort eine Früh- oder eine Fehlgeburt gemeint ist, lässt sich aus dem Hebräischen nicht sicher sagen. Selbst in der nachsichtigeren Deutung regelt der Text nur den Fall, dass jemand eine Fehlgeburt unbeabsichtigt verursacht. Daraus folgt nicht, dass das Kind nicht als Mensch galt. Erst recht lässt sich damit keine geplante Abtreibung rechtfertigen (Quelle).

Was folgt daraus?

Gott gebietet: „Du sollst nicht töten“ (2. Mose 20,13). Und: „Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk“ (Psalm 127,3; Quelle). Überall in der Bibel wird die Unverletzlichkeit menschlichen Lebens betont. Unsere Verantwortung vor Gott ist es, menschliches Leben zu schützen, geboren oder ungeboren (Quelle). Jeder Mensch ist einzigartig, von Gott gewollt und hat eine Aufgabe in dieser Welt (Quelle). Ob etwas „zeitgemäß“ ist, spielt bei einer Frage über Leben und Tod keine Rolle (Quelle).

Hilfe statt Schweigen

  • Für werdende Mütter gibt es Hilfe: Babyklappe, anonyme Geburt sowie finanzielle und praktische Unterstützung durch Staat und private Organisationen. Auch Adoption ist ein Weg, denn viele Ehepaare warten auf ein Kind (Quelle).
  • Schwangere und Familien in Not brauchen wirksame und nachhaltige Hilfe, um Krisenzeiten durchzustehen und mit ihren Kindern zu leben. So fordert es die auf soulsaver.de veröffentlichte Berliner Erklärung (Quelle).
  • Väter nicht vergessen: Zur Zeugung eines Menschen gehören zwei. Auch Männer können unter einer Abtreibung leiden (Quelle).
  • Christen sollen ihre Stimme erheben (Kolosser 4,5–6), aber nicht nur reden (Quelle).

Häufige Anschlussfragen

Ich habe abgetrieben. Kann Gott mir vergeben?

Ja. Für den, der bereut, steht das Herz Gottes offen, denn Jesus ist für die Sünder gekommen, nicht für die Gerechten (Quelle). Jesus kann heilen, wenn wir uns ihm zuwenden (Matthäus 13,15).

Ist Abtreibung in Deutschland erlaubt?

In ihrer Programmbeschwerde an die ARD weist Christiane Lambrecht darauf hin, dass Abtreibung in Deutschland kein bloßes „Frauenrecht“ ist. Nach §§ 218 und 219 StGB hat das ungeborene Kind ein eigenes Lebensrecht, und die Pflichtberatung soll für dieses Lebensrecht beraten (Quelle).

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