Kurz gesagt: Nach dem Artikel von Horst Stricker auf soulsaver.de ist die Erdbestattung die biblische Normalität, und bibelorientierte Christen sollten sich nicht einäschern lassen. Der Artikel betont aber auch: Eine Verbrennung kann einen Menschen nicht der Macht des Schöpfers entziehen. Wer die Feuerbestattung erwägt, sollte seine Beweggründe ehrlich prüfen.
Was sagt die Bibel zur Bestattung?
Die Bibel behandelt das Thema nur am Rande, so Stricker in „Warum gläubige Christen gegen die Einäscherung von Toten sind“. Das Alte Testament erwähnt Verbrennung als Todesstrafe (3. Mose 20,14; 21,9). Von der Leichenverbrennung im heidnischen Umfeld habe sich Israel auf Grund seines Glaubens an Jahwe klar distanziert. Die Erdbestattung war in Israel unangefochtene Sitte. Selbst Gott begrub Mose (5. Mose 34,5–6). Im Neuen Testament begraben fromme Männer Stephanus (Apostelgeschichte 8,2). Der Leichnam Jesu wurde einbalsamiert und in ein neues Grab gelegt (Lukas 23,52–54). Die Angehörigen sahen darin einen Liebesdienst, und der Gedanke an eine Verbrennung Jesu sei nicht vorstellbar, obwohl sie bei Griechen und Römern üblich war (Quelle).
Welche Gründe nennt der Artikel für die Erdbestattung?
Der Artikel nennt drei biblische Gründe:
- Der Körper ist Bild Gottes. Die Würde des Menschen gründet in seiner Gottebenbildlichkeit (1. Mose 1,27) und gilt auch für den verstorbenen Körper. Damit sei es unvereinbar, den Leichnam wie einen Kadaver zu behandeln und zu verbrennen.
- Der Körper ist aus Erde geschaffen. Er soll nach Gottes Willen wieder zu Erde werden: „Du bist Erde und sollst zu Erde werden“ (1. Mose 3,19). Jedes Begräbnis erinnere daran.
- Der Körper ist Saatkorn der Auferstehung. Wie ein Korn in die Erde gelegt wird, um Frucht zu bringen, so wird der Körper beerdigt, um am Ende der Zeit in eine neue Gestalt verwandelt zu werden (1. Korinther 15,37).
Daraus folgert Stricker: Die Erdbestattung sei in Gottes Schöpfungsordnung begründet, bei Juden wie bei Christen (Quelle).
Was spricht aus seiner Sicht gegen die Feuerbestattung?
Stricker beschreibt die Geschichte: Als die Kirche bei Germanen, Kelten und Slawen auf die Feuerbestattung stieß, habe sie diese als heidnisch bezeichnet. Später hätten Gegner des Christentums die Verbrennung bewusst als Kampfmittel gegen den Auferstehungsglauben gesehen. Er nennt außerdem Motive unserer Zeit: Sie solle nicht viel kosten, man wolle kein Grab pflegen, die Erinnerung werde abgebrochen, man suche Anonymität. Der Leib sei aber kein Müll, sondern Teil eines geliebten Menschen. Er verweist dazu auf Psalm 116, wonach Gott der Tod seiner Heiligen nicht gleichgültig ist. Auch die Auferstehungshoffnung zeige sich in einer Beerdigung als Fest der Auferstehung und des Wiedersehens (Quelle).
Verlieren Verbrannte die Auferstehung?
Nein. Der Artikel sagt ausdrücklich: Die Verbrennung eines Körpers, ob lebendig oder tot, kann ihn nicht der Macht des Schöpfers entziehen. Gott verliere nicht den Zugriff auf unsere Körper, auch nicht bei Feuerkatastrophen, Bombenexplosionen oder wenn ein Raubtier im Meer den Menschen tötet (vgl. Offenbarung 20,13). In diesem Sinn kann die Feuerbestattung objektiv nicht von der Schöpferkraft Gottes ausschließen. Möglich sei aber, dass sich mit ihr antichristliche Beweggründe oder menschenunwürdige Haltungen verbinden (Quelle).
Häufige Anschlussfragen
Ist Einäscherung eine Sünde?
Der Artikel nennt sie nirgends ausdrücklich Sünde. Er sagt, die Bibel kenne keine Einäscherung im positiven Sinn, und sie solle deshalb von bibelorientierten Christen nicht praktiziert werden. Er stellt die Frage nach den Motiven in den Mittelpunkt: „Warum will ich das?“ (Quelle).
Und wenn Kosten oder Umweltgründe dafür sprechen?
Stricker rät, solche Nützlichkeitserwägungen sorgfältig zu prüfen, bevor man eine Trendentscheidung trifft. Die Erdbestattung sei nicht nur Tradition, sondern biblisch-theologisch begründet (Quelle).
