Kurz gesagt: Das Neue Testament sagt zu Tätowierungen nichts ausdrücklich. Im Alten Testament verbietet Gott seinem Volk aber Einschnitte und Hautzeichen, die mit heidnischer Totentrauer und Götzendienst verbunden waren (3. Mose 19,28). Der Soulsaver-Autor Alexander Seibel folgert daraus, dass Christen von jeder Form der Tätowierung Abstand nehmen sollten. Er räumt zugleich ein, dass die Bibel keine tiefere Begründung des Verbots nennt.
Was sagt die Bibel ausdrücklich?
Das Wort „Tattoo“ kommt in der Bibel nicht vor. Es gibt aber Gebote gegen Einritzen und Schnitte in die Haut. Die Stellen sind 3. Mose 19,28, 3. Mose 21,5 und 5. Mose 14,1. In 5. Mose 14,1 heißt es sinngemäß, Gottes Kinder sollen sich um eines Toten willen nicht wund ritzen und nicht kahl scheren. Alexander Seibel weist im Artikel „Fast jeder Vierte in Deutschland hat heute ein Tattoo, Tendenz steigend“ darauf hin, dass solche Handlungen in der heidnischen Welt gewöhnlich mit der Trauer um Verstorbene verbunden waren. Er schreibt auch: Die Bibel gibt für dieses Verbot keine tiefere Erklärung.
Warum war das für Israel verboten?
Ein weiterer Artikel beschreibt, dass sich Israel durch dieses Gebot von den anderen Völkern unterschied. Die Ägypter hätten zum Beispiel Namen oder Sinnbilder ihrer Gottheiten auf Brust oder Arme tätowiert. Bei den damaligen Tätowierungen sei es fast ausschließlich um religiöse Darstellungen von Götzen und Symbolen gegangen. Darum stehe am Ende von 3. Mose 19,28 der Hinweis „Ich bin der Herr“ („Peaches Geldof in unlösbaren Problemen“, dort im Anschluss an einen Zeitungsbericht).
Seibel nennt außerdem Bibelstellen, in denen Schnitte in die Haut mit heidnischem Kult und mit Gericht verbunden sind, etwa 1. Könige 18,28 (die Baalspriester ritzen sich bis aufs Blut) sowie Jeremia 16,6 und 47,5 (Quelle).
Was folgt daraus für Christen heute?
Seibel zitiert Kommentatoren, die dieses Verbot ziemlich einmütig so auslegen. Ob man deren Aussagen in dieser Schärfe treffen kann, kann er nach eigenen Worten nicht beurteilen. Er gibt zu bedenken, dass der Tätowierungsboom mit dem Aufblühen heidnischer und esoterischer Strömungen einhergehe. Sein Fazit: Christen sollten von jeder Form der Tätowierung Abstand nehmen. Er verweist außerdem auf Seelsorger, nach deren Erfahrung Menschen mit Tätowierungen, die zu Christus finden, immer wieder „instinktiv“ spüren, dass ihre Hautbilder nicht zu ihrem neuen Stand als Gotteskinder passen (Quelle).
Der Artikel „Stars und ihre frommen Jesus-Tattoos“ stellt fest, dass konservative Christen noch darüber streiten, ob Tätowierungen an sich unchristlich sind. Er nennt auch fromme Motive wie Kreuze oder Gebete. Dazu gibt er zu bedenken: Jesus will mehr als ein Bekenntnis auf der Haut, nämlich den Menschen mit seinem ganzen Herzen. Er verweist dazu auf Matthäus 7,12–23, wo Jesus sagt, dass nicht jeder, der „Herr, Herr“ sagt, ins Himmelreich kommt, sondern wer den Willen des Vaters tut.
Was ist, wenn ich schon ein Tattoo habe oder es bereue?
Der Artikel „Tattoos – ewige Erinnerungen“ beschreibt, dass sich manche Menschen später wünschen, sie hätten sich nie tätowieren lassen. Er vergleicht das mit unserem Leben: Wir tun Dinge, die wir zuerst für gut halten und die sich später als schlecht erweisen. Jesus ist der Arzt, der Schuld ein für allemal entfernen will (Markus 2,17). Wer ihm seine Schuld nennt, dem kann vergeben werden. Die Folgen spüre man vielleicht noch lange, aber für Jesus sei es vergeben und vergessen. Der Artikel nimmt Tattoos dabei als Bild und sagt nicht, dass jedes Tattoo für sich Sünde ist.
Häufige Anschlussfragen
Ist ein Tattoo also eindeutig Sünde?
Die Quellen sagen es nicht in einem Satz. Sie zeigen das alttestamentliche Verbot, den heidnischen Hintergrund und Seibels Empfehlung, darauf zu verzichten. Er räumt zugleich ein, dass die Bibel keine tiefere Begründung gibt (Quelle).
Wie werde ich von Schuld frei?
Nach dem Artikel „Tattoos – ewige Erinnerungen“ nicht durch eigene Mittel, sondern indem man Schuld vor Gott bekennt. Jesus starb „extra für dich“ und vergibt dem, der ihm seine Schuld nennt (Quelle, mit Psalm 32,1–3).
