Warum lässt Gott Leid zu?

Kurz gesagt: Die Bibel führt das Leid auf die Sünde zurück, die durch den Menschen in die Welt gekommen ist (Römer 5,12). Gott hat den Menschen einen freien Willen gegeben und wollte keine Maschinen, die auf Knopfdruck das Richtige tun. Leid kann uns warnen und zu Gott führen. Und es hat nicht das letzte Wort: Gott hat in Jesus Christus selbst gelitten und wird einmal alle Tränen abwischen.

Eine der ältesten Fragen der Menschheit

Wenn Gott gut und allmächtig ist, warum gibt es dann Hunger, Krieg, Krankheit und Katastrophen? Schon das Buch Hiob, eines der ältesten Bücher der Bibel, stellt diese Frage. Der Philosoph Pierre Bayle fasste sie in vier Sätzen zusammen: Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht, oder er kann es und will es nicht, oder er kann und will es nicht, oder er kann und will es – woher kommt dann das Böse? So beschreibt es der Artikel „Warum lässt Gott Leid zu?“.

Woher kommt das Leid?

Die Bibel sagt, dass die ersten Menschen gegen Gott gesündigt und dadurch Elend und Tod in die Welt gebracht haben: „Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist gekommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündigt haben“ (Römer 5,12). Gott gab den Menschen einen freien Willen. Wesen zu schaffen, die das Gute wählen müssen, hieße Roboter zu schaffen – so zitiert es der Artikel „Warum gebietet Gott dem Bösen nicht Einhalt?“.

Kann Leid einen Sinn haben?

Auf soulsaver.de werden mehrere Gedanken genannt:

  1. Leid warnt. Wer sich in den Finger schneidet, zieht ihn zurück und vermeidet Schlimmeres. So kann auch unser Leid zeigen, dass mit unserem Leben etwas nicht stimmt und wir von Gott getrennt sind – wie eine Diagnose, die zum Arzt führt. Jesus sagt: „Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken“ (Markus 2,17). Quelle: „Hat Gott eine Antwort auf das Leid?“
  2. Leid weckt auf. C. S. Lewis nannte den Schmerz das „Megafon“ Gottes, um eine taube Welt aufzuwecken („Warum kann Gott nicht Menschen erschaffen, die nichts Böses tun?“).
  3. Leid formt. Josef wurde von seinen Brüdern als Sklave verkauft und gerade dadurch zu dem Mann, der später Ägypten regierte und sich für Versöhnung einsetzte („Wie kann ein guter Gott Leid zulassen?“).
  4. Leid richtet den Blick auf Gott. Es erinnert daran, dass die Welt zerbrochen ist und nach Erlösung seufzt (Römer 8,20–23), hält uns abhängig von Gott und weckt die Sehnsucht nach dem Himmel („Warum lässt Gott Leid zu?“, 10 Gründe).

Diese Gründe erklären nicht jede einzelne Not. Das können und wollen sie auch nicht. Sie können aber helfen, Gott in der Not zu vertrauen.

Spricht das Leid gegen Gott?

Viele schließen: Wenn ich keinen Sinn im Leid erkenne, gibt es keinen. Der Philosoph Alvin Plantinga hat diesen Fehlschluss mit einem Bild erklärt: Wer in seiner Hundehütte keinen Bernhardiner sieht, kann annehmen, dass keiner da ist. Wer dort kein Bakterium sieht, kann das nicht – es ist zu klein für das bloße Auge. Und wer die Welt ungerecht nennt, braucht einen Maßstab für Gerechtigkeit. C. S. Lewis erkannte, dass ihm der Atheismus einen solchen Maßstab gar nicht liefern konnte. Das Leid ist deshalb für den Unglauben ein mindestens ebenso großes Problem wie für den Glauben („Wie kann ein guter Gott Leid zulassen?“).

Gott leidet mit

Die tiefste Antwort des christlichen Glaubens ist das Kreuz. Gott ist dem Leid nicht ausgewichen, sondern hat es in Jesus Christus selbst getragen. Ein Skeptiker fragte einen Geistlichen: „Wo war denn Ihr Gott, als mein Sohn starb?“ Die Antwort: „Ja genau, wo denn, als Sein Sohn starb?“ (Quelle). Jesus starb „der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führte“ (1. Petrus 3,18). Und Gott verspricht: „Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein“ (Offenbarung 21,4).

Häufige Anschlussfragen

Warum hält Gott das Böse nicht einfach auf?

Die Gegenfrage auf soulsaver.de lautet: Wie viel Böses soll Gott aufhalten? Wenn Gott anfinge, jedem Bösen sofort Einhalt zu gebieten – würdest du um Mitternacht noch leben? Kein Dieb wünscht sich, dass Gott ihn am Stehlen hindert (Quelle).

Ist Leid eine Strafe für meine Sünden?

Nicht jedes Leid lässt sich auf eigene Schuld zurückführen. Es gibt Leid, das nicht von Menschen verursacht ist, etwa durch Erdbeben („Wie passen Gott und das Leid in der Welt zusammen?“). Die Bibel nennt auch Leid, durch das Christus geehrt wird, weil er unsere Stärke ist (Johannes 9,3; Quelle).

Wie finde ich Trost im eigenen Leid?

Peter Hahne erzählt von einem jungen Familienvater, der schwer krank starb und seine Familie mit dem Lied von Paul Gerhardt „Warum sollt ich mich denn grämen?“ tröstete. Seine Frau wünschte sich zur Beerdigung ein Lied mit dem Kehrvers „dass Gott nie einen Fehler macht“ („Leid – Warum lässt Gott das zu?“). C. H. Spurgeon sagte: „Es ist kein Tropfen Trübsal mehr in eurem Kelch, als Gott erwählte hineinzugießen“ (Quelle).

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