Kurz gesagt: Der Koran spricht erstaunlich viel und mit großer Achtung von Jesus: Er nennt ihn Messias, Wort Gottes und Gesandten, bezeugt seine Geburt aus der Jungfrau, seine Sündlosigkeit und seine Wunder. Doch genau die beiden Wahrheiten, auf denen unsere Rettung ruht, bestreitet er: dass Jesus Gottes Sohn ist und dass er am Kreuz gestorben ist (Quelle; Quelle).
Was der Koran über Jesus bejaht
Laut dem Artikel „Was sagt der Koran über Jesus Christus?“ finden sich im Koran zahlreiche Titel Jesu, die auch die Bibel kennt:
- Sohn Marias, Messias, Wort Gottes, Gesandter, Knecht Gottes und Prophet
- außerdem „Geist Gottes“ und „Wort der Wahrheit“
- seine Geburt aus der Jungfrau Maria
- seine Sündlosigkeit und zahlreiche Wunder
- seine Wiederkunft, allerdings stark entstellt
Manches im Koran über Jesus stammt nach diesem Artikel aus apokryphen, also nicht biblischen Jesuserzählungen und ist unhistorisch (Quelle).
Was der Koran bestreitet
Zwei zentrale Wahrheiten werden nicht nur verschwiegen, sondern ausdrücklich bekämpft (Quelle):
- Die Gottheit Jesu. Der Koran nennt es ungeheuerlich, Gott einen Sohn zuzuschreiben (Sure 19,91–93). Über Allah heißt es: „Er hat nicht gezeugt, und er ist nicht gezeugt worden“ (Sure 112,3). Diese Betonung der Einheit richtet sich auch gegen das Bekenntnis zu Jesus als Gottes Sohn und zur Dreieinigkeit (Quelle).
- Den Kreuzestod Jesu. Nach dem Koran wurde Jesus weder getötet noch gekreuzigt, sondern ein ihm Ähnlicher (Sure 4,157; Quelle).
Jesus als „Muslim“ und Vorläufer Mohammeds
Der Koran deutet die ganze Geschichte von sich aus: Alle Gottesfürchtigen – Abraham, Noah, Mose, David – gelten als Muslime. So ist auch Jesus im Koran ein Muslim und Gesandter Allahs, nicht Gottes Sohn (Sure 4,171). Er soll sogar einen Nachfolger angekündigt haben, was auf Mohammed gedeutet wird, der als letzter Gesandter gilt (Sure 61,6; 33,40). Den Christen wirft der Koran vor, einen Menschen zu Gottes Sohn erhoben zu haben (Sure 9,30; „Was steht jetzt eigentlich so alles drin im Koran?“). Auch das Gottesbild unterscheidet sich: Der Koran bestreitet die Dreieinigkeit, die Gottessohnschaft, den Kreuzestod und die Auferstehung; Jesus ist für ihn nur ein Prophet unter vielen (Quelle).
Warum das so entscheidend ist
Benedikt Peters erklärt: Wäre Jesus nur ein Geschöpf, auch ein sündloses, könnte sein Tod niemanden von Sünden befreien. Er muss Gott sein, damit sein Tod die Sünde der Welt wegnehmen kann. Und er muss gestorben sein, denn ohne seinen stellvertretenden Tod gibt es keine Vergebung. Das Neue Testament nennt ihn das Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird (Apostelgeschichte 8,32), und sagt, dass er durch den Tod dem Teufel die Macht genommen hat (Hebräer 2,14; vgl. Jesaja 53). Weil der Koran beides leugnet, ist die äußere Ähnlichkeit mit dem Christentum nur Schein. Entweder sagt der Koran die Wahrheit oder die Bibel – beides zugleich kann nicht stimmen (1. Johannes 5,10; Quelle).
Häufige Anschlussfragen
Kann der Koran Muslime zu Jesus führen?
Ein in Algerien geborener früherer Muslim, der zum Imam bestimmt war, berichtet genau das. Ihn bewegte, dass der Koran Jesus als einzigen „Wort Gottes“ nennt, seine Reinheit und seine Wunder bezeugt. Er fragte sich, warum dieser Jesus einen späteren Propheten nötig haben sollte. Als er die Evangelien las, fand er einen Gott der Liebe und Jesu Wort: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Johannes 14,6; „Durch das Lesen des Korans zu Jesus“).
Ist der Jesus des Korans derselbe wie der Jesus der Bibel?
Nein. Ein Jesus, der nicht Gottes Sohn ist und nicht für unsere Sünden starb, ist nicht der Retter, den die Bibel verkündigt (Quelle).
