Kurz gesagt: Eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht. Häufig wird eine Sekte als religiöse Gruppe beschrieben, die in Glauben und Praxis wesentlich von dem abweicht, was als normativ gilt. Typisch sind eine strenge zentrale Autorität, ein „Wir gegen die anderen“-Denken, intensives Anwerben und die Abschottung der Mitglieder. Aus biblischer Sicht entscheidet sich die Frage letztlich an Jesus Christus (Quelle; Quelle).
Woher kommt das Wort und wie wird es definiert?
Die meisten Menschen können den Begriff nicht genau erklären. Manche Lexika nennen eine Sekte eine religiöse Körperschaft, die „unorthodox oder irreführend“ ist. Ronald Enroth führt das Wort auf das lateinische „cultus“ zurück, das für alles steht, was mit Gottesdienst zu tun hat. Charles Braden beschreibt eine Sekte als jede religiöse Gruppe, die sich in Glauben oder Praxis wesentlich von den Gruppen unterscheidet, die in einer Kultur als normativ gelten („Was ist eine Sekte?“).
Eine solche Einordnung ist immer auch eine Wertung. Manche heute gesellschaftlich akzeptierten Gruppen wurden in ihrer Anfangszeit abgelehnt und verfolgt (Quelle).
Vier typische Kennzeichen
Der Artikel „Was ist eine Sekte?“ nennt vier Merkmale, die für alle Sekten gelten:
- Eine zentrale Autorität, die Weltanschauung und Lebensstil streng vorschreibt.
- Ein „Wir gegen sie“-Denken: Die Gruppe sieht sich mit höherer Einsicht einer feindlichen Umwelt gegenüber.
- Die Pflicht aller Mitglieder, intensiv neue Anhänger zu werben.
- Abschirmung und Isolation, die die Anhänger der Außenwelt entfremden.
Wie entsteht eine Sekte?
Oft wirkt eine Gruppe am Anfang idealistisch: Sie will die Gesellschaft verbessern und Gottes Willen tun. Irgendwann werden die Lehren des Gründers festgeschrieben und zu einem System göttlicher Autorität erhoben. Den Idealen des Gründers zu folgen, wird zur absoluten Pflicht, und seine Überzeugung erhält das Gewicht eines göttlichen Auftrags. Lebt der Gründer noch, beruft er sich meist auf übernatürliche Bestätigungen. Am Ende steht Dogmatismus und Unduldsamkeit gegenüber jeder anderen Sicht (Quelle).
Wie werben Sekten neue Mitglieder?
Sektenwerber suchen gezielt Menschen, die einsam, unentschlossen, verzweifelt oder enttäuscht sind und eine Gemeinschaft suchen. Sie laden mit großer Freundlichkeit zu einem Vortrag, einem kostenlosen Essen oder einem Wochenendseminar ein, das schnelle Lösungen verspricht. Typisch ist das „Bombardieren mit Liebe“: Neue werden mit Aufmerksamkeit überschüttet. Gefühle sind der Köder, nicht die Lehre. Wer sich erst einmal zugehörig fühlt, ist oft bereit, jede Lehre anzunehmen. Besonders anziehend wirken Gruppen, die behaupten, verlorene oder neu entdeckte Wahrheiten zu besitzen (Quelle).
Der entscheidende Prüfstein: Wer ist Jesus?
Nach biblischer Sicht rettet nur der Glaube an den Christus, wie ihn die Bibel offenbart, vor dem Gericht Gottes (Johannes 3,18.36). Viele Gruppen verbreiten dagegen Zerrbilder von Jesus. So lehren die Zeugen Jehovas, Jesus sei der Erzengel Michael und ein von Gott erschaffenes Wesen; bei den Mormonen gilt er als einer der von Gott erschaffenen Geistfunken („An Jesus Christus scheiden sich die Geister“). Darum lohnt es sich immer zu fragen: Was sagt diese Gruppe über Jesus?
Häufige Anschlussfragen
Wie schütze ich mich vor einer Sekte?
Fragen stellen: Wer lädt mich ein, was steckt dahinter, was wird dort stattfinden? Erstaunlich wenige tun das, und vage Antworten werden selten hinterfragt (Quelle).
Reicht es nicht, an irgendein höheres Wesen zu glauben?
Nach der Bibel nicht. Ein selbst erdachtes Gottesbild genügt nicht, um das ewige Heil zu erlangen. Es kommt auf den Glauben an den biblisch offenbarten Christus an (Quelle).
